Hauskauf planen

Eigenkapital-Rechner 2026

Wie viel Eigenkapital brauche ich? Inkl. Bundesland-Nebenkosten, Beleihungsauslauf und Monatsrate

50.000 €3.000.000 €
20.0 % vom Kaufpreis
0 €400.000 €

Kaufnebenkosten

%

je Bundesland

%

ca. 1,5–2 %

%

0 % ohne Makler

GrESt: 14.000 €Notar: 8.000 €Makler: 14.280 €
Gesamt Nebenkosten: 36.280 € (9.1 %)
%
0,5 %10 %
%
0,5 %10 %
18%EK
⚠ Eigenkapital knapp – Zinsaufschläge wahrscheinlich
EK-Quote: 18.3 % · Beleihungsauslauf: 89.1 % · Darlehen: 356.280 €
Gesamtkosten
436.280 €
inkl. Nebenkosten
Benötigtes Darlehen
356.280 €
LTV 89 %
Monatliche Rate
1.632,95 €
3.5 % Zins + 2 % Tilg.
Laufzeit
29.0 Jahre
Zinsen: 211.987 €
Vollständige Kostenaufstellung
Kaufpreis400.000 €
+ Grunderwerbsteuer (3.5 %, Bayern)14.000 €
+ Notar & Grundbuch (2 %)8.000 €
+ Makler Käufer (3.57 %)14.280 €
= Gesamtkosten436.280 €
– Eigenkapital– 80.000 €
= Darlehen356.280 €
Monatliche Rate (Annuität)1.632,95 €
Gesamtzinsen211.987 €
Gesamtrückzahlung568.267 €

Warum ist Eigenkapital beim Hauskauf so entscheidend?

Die 20-Prozent-Regel – Faustregel mit konkreter Wirkung

Banken und Finanzierungsberater empfehlen einheitlich: mindestens 20 % der Gesamtkosten (Kaufpreis + alle Kaufnebenkosten) aus eigenen Mitteln zu finanzieren. Der Grund ist nicht willkürlich: Wer weniger einbringt, finanziert die Nebenkosten mit – und Banken stufen solche Darlehen als deutlich risikoreicher ein.

Konkret: Bei 400.000 € Kaufpreis in Bayern (Nebenkosten ca. 9 %) ergeben sich Gesamtkosten von 436.000 €. Die 20-Prozent-Regel fordert 87.200 € Eigenkapital. In Nordrhein-Westfalen (Nebenkosten ca. 13 %) bei gleichem Kaufpreis wären es 452.000 € Gesamtkosten – also 90.400 € Eigenkapital.

Was zählt als Eigenkapital – und was nicht?

✓ Von Banken anerkannt

  • Bankguthaben, Tagesgeld, Festgeld
  • Wertpapiere / ETFs (70–90 % des Kurswerts)
  • Bausparvertragsguthaben
  • Rückkaufswert Lebensversicherung
  • Schuldenfreie Grundstücke / Immobilien
  • Eigenleistungen am Bau (Muskelhypothek, bis ~15 %)
  • Schenkungen mit Schenkungsurkunde

✗ Nicht anerkannt

  • Konsumentenkredite, Dispokredite
  • Finanziertes Eigenkapital (Kredit auf EK)
  • Nicht dokumentierte Bargeldschenkungen
  • Gehaltsvorschüsse des Arbeitgebers
  • Privatdarlehen ohne schriftlichen Vertrag
  • Riester-Guthaben (nur eingeschränkt nutzbar)

Kaufnebenkosten: Der oft unterschätzte Eigenkapitalkiller

Nebenkosten variieren stark je nach Bundesland

Der größte variable Kostenpunkt ist die Grunderwerbsteuer – sie wird von jedem Bundesland individuell festgelegt und reicht von 3,5 % bis 6,5 %:

BundeslandGrEStNotarMaklerNebenkosten ca.
Bayern3,5 %2,0 %3,57 %~9,1 %
Sachsen3,5 %2,0 %3,57 %~9,1 %
Hamburg5,5 %2,0 %3,12 %~10,6 %
Baden-Württemberg5,0 %2,0 %3,57 %~10,6 %
Hessen6,0 %2,0 %3,57 %~11,6 %
Berlin6,0 %2,0 %3,57 %~11,6 %
NRW6,5 %2,0 %3,57 %~12,1 %
Brandenburg6,5 %2,0 %3,57 %~12,1 %

Rechenbeispiel Bayern vs. Nordrhein-Westfalen

Bayern (400.000 € Kaufpreis)

Grunderwerbsteuer 3,5 %14.000 €
Notar & Grundbuch 2,0 %8.000 €
Makler 3,57 %14.280 €
Nebenkosten gesamt36.280 €
Benötigtes EK (20 %)87.256 €

NRW (400.000 € Kaufpreis)

Grunderwerbsteuer 6,5 %26.000 €
Notar & Grundbuch 2,0 %8.000 €
Makler 3,57 %14.280 €
Nebenkosten gesamt48.280 €
Benötigtes EK (20 %)89.656 €

Beleihungsauslauf und Zinsaufschläge – Was Banken wirklich berechnen

Was bedeutet Beleihungsauslauf (LTV)?

Der Beleihungsauslauf (Loan-to-Value, LTV) ist das Kernrisikomaß jeder Bank: Darlehen ÷ Beleihungswert × 100. Der Beleihungswert liegt meist 10–20 % unter dem Kaufpreis (konservative Bewertung der Bank). Je höher der LTV, desto höher der Zinsaufschlag:

EigenkapitalquoteBeleihungsauslaufZinsaufschlag (ca.)Mehrkosten über 25 J. *
≥ 40 %≤ 60 %
30–40 %60–70 %+0,15 %~13.000 €
20–30 %70–80 %+0,30 %~26.000 €
10–20 %80–90 %+0,55 %~47.000 €
< 10 %> 90 %+1,00 %~85.000 €

* Näherungswerte bei 300.000 € Darlehen. Für Ihren konkreten Tilgungsplan: Baufinanzierung-Rechner.

Wie viel Eigenkapital als Reserve behalten?

Ein häufiger Fehler: Käufer investieren alles in die Immobilie und haben danach keine Liquiditätsreserve mehr. Experten empfehlen zusätzlich zurückzubehalten:

  • 3–6 Monatsgehälter als Notfallreserve (Jobverlust, Krankheit)
  • 1–1,5 % des Immobilienwerts pro Jahr als Instandhaltungsrücklage (bei 400.000 € = 4.000–6.000 € p.a.)
  • Budget für Umzug, erste Einrichtung und eventuelle Renovierungen

KfW-Förderung sinnvoll nutzen

Welche KfW-Programme helfen beim Immobilienkauf?

KfW-Darlehen sind kein Ersatz für Eigenkapital – sie sind günstige Fremdmittel. Trotzdem senken sie die Gesamtzinsbelastung deutlich:

KfW-ProgrammMax. BetragVoraussetzung
297/298 – Klimafreundlicher Neubau150.000 €QNG-Siegel oder EH 40 Klimafreundlich
300 – Wohneigentumsprogramm100.000 €Selbstnutzung, beliebiger Energiestandard
124 – Energieeffizient Sanieren120.000 €Sanierung auf Effizienzhaus-Standard
159 – Altersgerecht Umbauen50.000 €Barrierefreier Umbau

Strategie: KfW-Darlehen werden meist als Nachrangdarlehen ausgereicht – das heißt, sie zählen nicht als Eigenkapital, können aber den Hauptbankkredit reduzieren und damit den Beleihungsauslauf senken. Sprechen Sie das unbedingt vorab mit Ihrer Hausbank ab.

Häufige Fragen zum Eigenkapital beim Hauskauf

Wie viel Eigenkapital brauche ich für den Hauskauf?+
Als Faustregel gilt: mindestens 20 % der Gesamtkosten (Kaufpreis + Kaufnebenkosten) sollten aus Eigenmitteln kommen. Bei einem Kaufpreis von 400.000 € in Bayern (Nebenkosten ca. 5 %) sind das 420.000 € Gesamtkosten, also mindestens 84.000 € Eigenkapital. In NRW mit 6,5 % Grunderwerbsteuer steigen die Nebenkosten auf ca. 12 %, was ca. 89.000 € Eigenkapital entspricht. Mindestens sollten immer die gesamten Kaufnebenkosten aus Eigenkapital bestritten werden – Banken finanzieren diese in der Regel nicht.
Was zählt als Eigenkapital beim Immobilienkauf?+
Anerkannt werden: Bankguthaben (Giro, Tagesgeld, Festgeld), Wertpapiere und ETFs (Banken rechnen meist 70–90 % des aktuellen Wertes an), Bausparvertragsguthaben, Rückkaufswert von Lebensversicherungen, schuldenfreie Grundstücke oder andere Immobilien, sowie Eigenleistungen beim Bau (sog. Muskelhypothek, bis ca. 15 % des Bauwertes). Nicht anerkannt: Konsumentenkredite, Dispositionskredit, Geld von Dritten ohne schriftliche Schenkungsvereinbarung.
Was ist der Beleihungsauslauf und wie beeinflusst er den Zinssatz?+
Der Beleihungsauslauf (Loan-to-Value, LTV) ist das Verhältnis des Darlehens zum Beleihungswert der Immobilie (i.d.R. 80–90 % des Kaufpreises). Je höher der LTV, desto mehr Risiko trägt die Bank – und desto teurer wird der Kredit. Bei einem LTV über 80 % verlangen die meisten Banken Zinsaufschläge von 0,3–1,0 % p.a. Über 30 Jahre bedeutet 0,5 % Aufschlag bei 300.000 € Darlehen rund 40.000 € mehr Zinskosten.
Was ist eine Vollfinanzierung und wann ist sie sinnvoll?+
Bei einer 100-%-Finanzierung deckt das Darlehen den Kaufpreis. Bei einer 110-%-Finanzierung werden auch die Nebenkosten fremdfinanziert. Vollfinanzierungen sind möglich, aber teuer: Banken verlangen erhebliche Zinsaufschläge (0,8–1,5 % p.a.), setzen sehr gute Bonität voraus und finanzieren selten mehr als das 5-Fache des Jahresnettoeinkommens. Sinnvoll kann es sein, wenn man über sichere, hohe Einkünfte verfügt und das Eigenkapital anderweitig besser anlegen kann.
Helfen KfW-Kredite beim Eigenkapital?+
KfW-Kredite (z. B. Klimafreundlicher Neubau bis 150.000 €, Wohneigentumsprogramm bis 100.000 €) ersetzen keinen Teil des Eigenkapitals – sie sind nachrangige Fremdmittel. Manche Banken rechnen KfW-Förderkredite in der Beleihungsstruktur jedoch günstiger an, was die Zinsaufschläge senken kann. Besser als KfW als „Eigenkapitalersatz" zu nutzen, ist es, tatsächliches Eigenkapital aufzubauen und KfW zusätzlich zu nutzen.