Break-Even Vergleich

Kaufen oder Mieten Rechner

Wann lohnt sich Kaufen mehr als Mieten?

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Kaufen oder Mieten – eine der wichtigsten Finanzentscheidungen Ihres Lebens

Ob man eine Wohnung oder ein Haus kaufen oder weiterhin mieten soll, beschäftigt Millionen Deutscher. Die Antwort hängt von Ort, Marktpreisen, persönlichem Zeithorizont und der aktuellen Zinssituation ab – und lässt sich nur mit einer ehrlichen Gesamtrechnung beantworten.

Wer 2026 die Entscheidung treffen muss, steht vor einem veränderten Markt: Kaufpreise haben sich teilweise normalisiert, Hypothekenzinsen liegen bei 3,35–3,8 %, und Mieten steigen in Großstädten weiter. Unser Rechner stellt beide Szenarien gegenüber – diese Seite liefert das Hintergrundwissen dazu.

Das Kaufpreis-Miete-Verhältnis (Price-to-Rent Ratio)

Der schnellste Erstcheck ist das Kaufpreis-Miete-Verhältnis: Kaufpreis geteilt durch die Jahreskaltmiete eines vergleichbaren Objekts.

VerhältnisAussageTendenz
Unter 15Kaufpreis sehr günstigKaufen klar vorteilhaft
15–20Fairer KaufpreisKaufen tendenziell besser
20–25GrenzbereichAbhängig vom Zeithorizont
25–35Teuer bewertetMieten oft günstiger
Über 35Stark überteuertMieten deutlich rationaler

Beispiel München vs. Chemnitz

Eine 80-m²-Wohnung kostet in München ca. 720.000 € Kaufpreis bei 1.600 € Kaltmiete → Verhältnis 37,5 → Mieten finanziell günstiger. Dieselbe Fläche in Chemnitz: 150.000 € Kaufpreis bei 600 € Kaltmiete → Verhältnis 20,8 → Kaufen rechnet sich schneller.

Kaufnebenkosten: Bis zu 15 % Aufschlag auf den Kaufpreis

Ein oft unterschätzter Faktor: Beim Immobilienkauf fallen erhebliche Nebenkosten an, die meist in bar aus dem Eigenkapital bezahlt werden müssen.

3,5–6,5 %
Grunderwerbsteuer
je nach Bundesland
1,5–2,0 %
Notar & Grundbuch
bundeseinheitlich
0–3,57 %
Maklerprovision
seit 2020 geteilt

Bei einem 400.000 €-Objekt können allein die Nebenkosten 30.000–60.000 € betragen. Diese müssen Sie über die Zeit „herauswohnen", bevor echte Vermögensbildung beginnt.

Baufinanzierung 2026: Zinsen und monatliche Belastung

Mit Hypothekenzinsen von aktuell 3,35–3,8 % (10-jährige Zinsbindung, Stand April 2026) liegt die monatliche Belastung spürbar höher als noch in der Niedrigzinsphase. Ein Vergleich:

DarlehenZins 2021 (1,0 %)Zins 2026 (3,6 %)Mehrbelastung/Monat
200.000 €~583 €~1.033 €+450 €
350.000 €~1.021 €~1.808 €+787 €
500.000 €~1.458 €~2.583 €+1.125 €

Die höheren Zinsen haben in vielen Städten die monatliche Kaufbelastung deutlich über die Vergleichsmiete gehoben. Dennoch lohnt sich ein genauer Blick: Wer mindestens 20–30 % Eigenkapital mitbringt, erhält bessere Konditionen. Nutzen Sie unseren Baufinanzierung-Rechner, um Ihre persönliche Rate zu ermitteln.

Versteckte Kosten des Eigentums: Instandhaltungsrücklage

Als Eigentümer – ganz gleich ob Haus oder Eigentumswohnung – tragen Sie alle Reparatur- und Renovierungskosten selbst. Mieter hingegen geben diese Verantwortung an den Vermieter ab. Experten empfehlen:

Instandhaltungsrücklage nach Gebäudealter (DIN 18960)

  • Neubau (0–10 Jahre): ca. 0,5–1,0 % des Kaufpreises pro Jahr
  • Älteres Gebäude (10–30 Jahre): ca. 1,0–1,5 % pro Jahr
  • Altbau (über 30 Jahre): ca. 1,5–2,0 % pro Jahr

Bei einer 400.000 €-Immobilie (Altbau) entspricht das 6.000–8.000 € pro Jahr – also 500–667 € monatlich, die in der Kauf-Miet-Gegenüberstellung berücksichtigt werden müssen.

Break-Even-Analyse: Wann hat sich der Kauf amortisiert?

Die Break-Even-Berechnung zeigt, nach wie vielen Jahren die Gesamtkosten des Kaufens (Zinsen, Nebenkosten, Instandhaltung, entgangene Kapitalanlagerendite) niedriger sind als die Gesamtkosten des Mietens inklusive Mietsteigerungen.

Faustformel Break-Even

Kaufnebenkosten (%) ÷ jährlicher Kostenvorteil des Kaufens (%) = Break-Even in Jahren. Bei 10 % Nebenkosten und 2 % jährlichem Kostenvorteil: 5 Jahre. In teuren Märkten mit geringem Kostenvorteil kann der Break-Even 12–15 Jahre betragen.

Wer plant, weniger als 5–7 Jahre in einer Immobilie zu bleiben, fährt statistisch mit Mieten besser – selbst wenn die Preise steigen. Bei Zeithorizonten über 10–15 Jahre überwiegen die Vorteile des Kaufens in den meisten deutschen Regionen.

Wann spricht die Entscheidung klar für Kaufen?

Kaufen ist dann rational überlegen, wenn mehrere dieser Faktoren zutreffen:

  • Kaufpreis-Miete-Verhältnis unter 20 am gewünschten Ort
  • Mindestens 20 % Eigenkapital vorhanden (inkl. Nebenkosten)
  • Langfristiger Zeithorizont: mindestens 10 Jahre geplanter Verbleib
  • Gesicherte Einkommenssituation (unbefristetes Arbeitsverhältnis)
  • Wunsch nach Selbstbestimmung, Umbau und Altersvorsorge durch Eigentum
  • Region mit moderatem bis günstigem Preisniveau

Wichtig: Immobilieneigentum ist in Deutschland die häufigste Form privater Altersvorsorge. Mietfreies Wohnen im Alter spart typischerweise 600–1.400 € monatlich – ein Vorteil, den eine reine Renditerechnung oft unterschätzt.

Häufige Fragen zum Kaufen-oder-Mieten-Rechner

Ab wann lohnt sich Kaufen mehr als Mieten mathematisch?+
Als Faustregel gilt: Wenn der Kaufpreis mehr als das 25-fache der Jahresmiete beträgt (Kaufpreis-Miete-Verhältnis > 25), ist Mieten zunächst häufig günstiger. Bei einem Verhältnis unter 20 spricht die Mathematik eher für Kaufen. In München liegt der Faktor mittlerweile bei 35–45, in kleinen Städten oft bei 15–20. Wichtig: Ab einem Zeithorizont von 10–15 Jahren kehrt sich das Verhältnis durch Wertsteigerung und Tilgung oft um.
Welche Nebenkosten fallen beim Kauf einer Immobilie an?+
Die Kaufnebenkosten betragen je nach Bundesland 7–15 % des Kaufpreises: Grunderwerbsteuer 3,5–6,5 % (Bayern günstigster, Schleswig-Holstein teuerster Satz), Notar- und Grundbuchkosten ca. 1,5–2 %, Maklerprovision 0–3,57 % (je nach Vereinbarung). Diese Kosten werden vom Eigenkapital bezahlt und amortisieren sich erst nach mehreren Jahren.
Wie hoch sind die Zinsen für eine Baufinanzierung 2026?+
Im April 2026 liegen die Konditionen für eine Hypothek mit 10-jähriger Zinsbindung bei ca. 3,35–3,8 % effektivem Jahreszins (je nach Eigenkapitalanteil, Laufzeit und Bonität). Im Vergleich zum Höchststand 2023 (ca. 4,5 %) sind die Zinsen gesunken – aber deutlich höher als in der Niedrigzinsphase 2020/2021 (unter 1 %).
Was ist die Instandhaltungsrücklage und wie hoch sollte sie sein?+
Eigentümer müssen Reparaturen und Modernisierungen selbst tragen – Mieter nicht. Die DIN 18960 empfiehlt eine Instandhaltungsrücklage von 1,0–1,5 % des Immobilienwerts pro Jahr für ältere Gebäude, bei Neubauten ca. 0,5–1,0 %. Bei einer 400.000 €-Immobilie sind das 2.000–6.000 € jährlich, die in der Gesamtrechnung gegen das Mieten stehen.
Zählt der Mietvorteil beim Wohnen im Eigenheim steuerlich als Einkommen?+
Nein. Wer in der eigenen Immobilie wohnt, zahlt keine Steuer auf den ersparten Mietzins (sogenannter "imputed rent"). Deutschland besteuert diesen Vorteil – im Gegensatz zu einigen anderen Ländern – nicht. Eigentümer können jedoch Finanzierungszinsen und Instandhaltungskosten steuerlich nur geltend machen, wenn die Immobilie vermietet ist.