Deckungsbeitrag & Szenariotabelle

Break-Even-Rechner

Gewinnschwelle und Mindestabsatz berechnen

Miete, Gehälter, Versicherungen …

EUR

Material, Versand pro Einheit

EUR
EUR
Betrachtungszeitraum
Bitte Kosten eingeben und
„Break-Even berechnen" klicken.

Break-Even-Point: Die wichtigste Kennzahl im Businessplan

„Wann verdienen wir endlich Geld?" – diese Frage stellen Banken, Investoren und Mitgründer spätestens beim ersten Pitch. Der Break-Even-Point (Gewinnschwelle) beantwortet sie präzise: Er ist die Absatzmenge oder der Umsatz, ab der ein Unternehmen alle Kosten durch Erlöse deckt. Unterhalb dieser Schwelle arbeitet das Unternehmen mit Verlust, oberhalb beginnt der echte Gewinn. Keine andere Zahl im Businessplan wird von Banken und Investoren so intensiv geprüft wie diese.

BEP = FK ÷ DB

Fixkosten ÷ Deckungsbeitrag je Stück

Verlustzone → BEP → Gewinnzone

Am BEP: kein Gewinn, kein Verlust

12–24 Monate

Typische Zielfrist für Startups

Die Break-Even-Formel im Detail

Die Kernformel ist einfach, aber ihre Bestandteile müssen korrekt zugeordnet sein. Der Schlüsselbegriff ist der Deckungsbeitrag je Stück:

Deckungsbeitrag je Stück (DB) = Stückpreis − variable Stückkosten

Break-Even-Menge = Fixkosten ÷ DB

Break-Even-Umsatz = Fixkosten ÷ Deckungsbeitragsrate (DBR)

Die Deckungsbeitragsrate (DBR) = DB ÷ Stückpreis × 100 gibt an, welcher Anteil jedes Umsatz-Euros zur Deckung der Fixkosten und zur Gewinnerzielung beiträgt. Eine DBR von 70 % bedeutet: von jedem eingenommenen Euro gehen 70 Cent in Richtung Fixkostendeckung und Gewinn.

Fixkosten vs. variable Kosten: Korrekte Zuordnung entscheidend

Der häufigste Planungsfehler in Businessplänen ist die falsche Klassifizierung von Kosten. Fixkosten entstehen unabhängig davon, wie viel produziert oder verkauft wird. Variable Kosten steigen direkt mit dem Output.

Fixkosten (mengenunabhängig)Variable Kosten (mengenabhängig)
Miete / PachtRohstoffe & Materialien
Gehälter (Festangestellte)Verpackung & Versandmaterial
VersicherungenVersandkosten pro Bestellung
Abschreibungen (AfA)Fertigungslöhne (stückbezogen)
Softwarelizenzen & AbosProvisionen & Transaktionsgebühren
Kreditraten & ZinsenUmsatzabhängige Marketingkosten

Hinweis: Sprungfixe Kosten (z. B. ein weiteres Gehalt bei Kapazitätserweiterung) verändern die Gewinnschwelle stufenweise.

Praxisbeispiel: Die Kaffeebar

Eine Kaffeebar in einer mittelgroßen Stadt kalkuliert folgendermaßen:

ParameterWert
Fixkosten/Monat (Miete 2.000 €, Gehalt 2.000 €, Versicherung 500 €)4.500 €
Stückpreis (Kaffee)3,50 €
Variable Kosten je Einheit (Bohnen, Milch, Becher)0,80 €
Deckungsbeitrag je Kaffee2,70 €
Deckungsbeitragsrate77,1 %
Break-Even-Menge (pro Monat)1.667 Kaffee
Break-Even-Menge (pro Arbeitstag, 30 Tage)55,6 Kaffee
Break-Even-Umsatz (pro Monat)5.834 €

Die Bar muss täglich rund 56 Kaffees verkaufen, um kostendeckend zu arbeiten. Jeder darüber hinaus verkaufte Kaffee erzeugt einen direkten Gewinn von 2,70 €. Bei 2.300 verkauften Kaffees im Monat (633 über dem BEP) erzielt die Bar 633 × 2,70 = 1.709 € Gewinn – und das bei unveränderter Kostenstruktur.

Sicherheitsmarge und der erweiterte Break-Even

Über den reinen BEP hinaus sind zwei weitere Kennzahlen für die Unternehmensplanung entscheidend:

Sicherheitsmarge (Safety Margin)

Differenz zwischen tatsächlichem Absatz und BEP. Bei 2.300 verkauften Kaffees: 2.300 − 1.667 = 633 Einheiten (27,5 %). Ein Umsatzrückgang um mehr als 27,5 % würde erst Verluste verursachen. Je höher die Marge, desto krisenfester das Unternehmen.

Erweiterter Break-Even mit Gewinnziel

Wer monatlich 2.000 € Gewinn anpeilt, rechnet: (FK + Gewinnziel) ÷ DB = (4.500 + 2.000) ÷ 2,70 = 2.407 Einheiten. Diese Absatzmenge ist das eigentliche Betriebsziel – nicht nur der Verlustausgleich.

Im Businessplan sollten immer beide Szenarien abgebildet sein: der reine Überlebens-BEP und der gewinnorientierte Amortisationspunkt. Wer nach dem Break-Even die Margenentwicklung optimieren will, findet im Gewinnmarge-Rechner ein präzises Werkzeug zur Analyse von Brutto- und Nettomarge.

Häufige Fragen zum Break-Even-Rechner

Was ist der Break-Even-Point?+
Der Break-Even-Point (Gewinnschwelle) ist die Absatzmenge oder der Umsatz, bei dem ein Unternehmen weder Gewinn noch Verlust macht. Unterhalb dieser Schwelle arbeitet das Unternehmen mit Verlust, oberhalb erzielt es Gewinn. Die Gewinnschwelle ist die wichtigste Planungskennzahl für Startups, Gründer und Unternehmer.
Wie lautet die Break-Even-Formel?+
Break-Even-Menge = Fixkosten ÷ (Stückpreis − variable Stückkosten). Der Nenner heißt Deckungsbeitrag je Stück und gibt an, wie viel jede verkaufte Einheit zur Deckung der Fixkosten beiträgt. Alternativ: Break-Even-Umsatz = Fixkosten ÷ Deckungsbeitragsrate, wobei Deckungsbeitragsrate = Deckungsbeitrag ÷ Stückpreis.
Was sind Fixkosten und was sind variable Kosten?+
Fixkosten fallen unabhängig von der Produktionsmenge an: Miete, Gehälter, Versicherungen, Leasingraten, Softwarelizenzen und Abschreibungen. Variable Kosten steigen proportional mit der Produktion: Rohstoffe, Verpackung, Versandkosten, Produktionslöhne und Provisionen. Nur variable Kosten gehen in den Deckungsbeitrag ein.
Was ist der Deckungsbeitrag?+
Der Deckungsbeitrag je Stück ergibt sich aus Stückpreis minus variable Stückkosten. Er zeigt, wie viel jede verkaufte Einheit zur Deckung der Fixkosten beisteuert. Die Deckungsbeitragsrate = Deckungsbeitrag ÷ Stückpreis × 100. Erst wenn alle Fixkosten durch den kumulierten Deckungsbeitrag gedeckt sind, beginnt der Gewinn.
Wie kann ich den Break-Even-Point senken?+
Es gibt drei Stellschrauben: 1) Fixkosten senken – günstigere Betriebsstätte, Home-Office, Outsourcing. 2) Variable Kosten reduzieren – bessere Einkaufskonditionen, effizientere Produktion, Mengenrabatte. 3) Stückpreis erhöhen – höhere Preise oder Premiumangebote steigern den Deckungsbeitrag je Einheit und senken damit die nötige Mindestabsatzmenge.