Stundensatz-Rechner 2026

Für Freelancer ✓

Optimalen Stundensatz berechnen – Kosten, Urlaub, Sozialabgaben & unproduktive Zeit inklusive

A: Gewünschtes Einkommen

GKV-Selbstständige 2026: ca. 850–1.000 €/Monat

Büro, Software, Hardware, Versicherungen

B: Arbeitszeit

25% der Zeit nicht abrechenbar

Ihr empfohlener Stundensatz

Minimum
78
pro Stunde
Empfohlen ✓
91
pro Stunde
Mit Gewinn
110
pro Stunde
Tagessatz (8h)
731 €
Jahresumsatz
98.682 €
Abrechenbar/Jahr
1.080 Std.
Nettoarbeitstage
180 Tage

Kalkulation im Detail

Netto-Wunscheinkommen/Monat3.500 €
Einkommensteuer (25%)875,00 €
GKV-Beitrag850 €
Altersvorsorge300 €
Betriebsausgaben300 €
Bedarf/Monat (gesamt)5.825,00 €
+ Rücklagen (15%)6.852,94 €/Monat
+ Gewinnmarge (20%)8.223,53 €/Monat
Benötigter Jahresumsatz98.682 €
Branchenvergleich: IT / Software
Branchenspanne: 110150 €/Std. | Ø 130 €/Std.
Ihr Satz liegt 30% unter dem Branchendurchschnitt
Ø Stundensatz Freelancer Deutschland 2026: 104 €/Std. (Freelancer-Kompass 2025/26) | Abrechenbare Zeit: 70–80%

Warum Freelancer ihren Stundensatz oft zu niedrig ansetzen

Die häufigste Falle bei der Stundensatz-Kalkulation ist die sogenannte Angestellten-Falle: Viele frischgebackene Freelancer nehmen ihr letztes Bruttogehalt als Angestellter, teilen es durch 160 Arbeitsstunden pro Monat und nennen das Ergebnis ihren Stundensatz. Das ist ein gravierender Fehler – und führt direkt in die Unterfinanzierung.

Warum? Weil ein Angestelltenverhältnis zahlreiche versteckte Leistungen bietet, die der Arbeitgeber trägt:

  • Arbeitgeberanteil Sozialversicherung: ca. 20 % des Bruttogehalts – als Freelancer trägt man diesen vollständig selbst
  • Bezahlter Urlaub: 25–30 Tage pro Jahr ohne Einkommensverlust – als Selbstständiger generiert man in Urlaubswochen null Umsatz
  • Lohnfortzahlung im Krankheitsfall: 6 Wochen vom Arbeitgeber getragen – als Freelancer entfällt jeder Krankheitstag als Umsatz
  • Betriebskosten: Büro, Hardware, Software, Weiterbildungen – als Selbstständiger vollständig selbst zu tragen
  • Verwaltungsaufwand: Steuererklärung, Buchhaltung, Rechnungsstellung – unbezahlte Stunden

Ein Angestellter mit 4.000 € Bruttogehalt, der seinen Stundensatz auf 25 € setzt (4.000 ÷ 160), wird als Freelancer massiv unterbezahlt sein. Der tatsächlich notwendige Stundensatz, um dasselbe Nettoeinkommen zu erzielen, liegt realistisch bei 60–80 € oder mehr.

Die 3 Säulen der Stundensatz-Kalkulation

Säule 1: Lebenshaltungskosten & Gewinnmarge

Ausgangspunkt ist das Nettoeinkommen, das Sie monatlich nach Steuern und Sozialabgaben in der Hand haben möchten. Addieren Sie Fixkosten (Miete, Lebensmittel, Versicherungen, Kredite) und einen Puffer für Rücklagen und Investitionen. Vergessen Sie die Gewinnmarge nicht: Als Unternehmer sollten Sie nicht nur Kosten decken, sondern auch Kapital aufbauen.

Säule 2: Betriebsausgaben & Sozialversicherung

Freelancer zahlen die Krankenversicherung vollständig selbst: Der GKV-Beitrag beträgt 2026 ca. 14,6 % + Ø-Zusatzbeitrag 2,9 % = 17,5 % des Einkommens bis zur Beitragsbemessungsgrenze (5.812,50 €/Monat). Hinzu kommen Rentenversicherung (freiwillig oder Pflicht je nach Berufsgruppe), Berufsunfähigkeitsversicherung und alle Betriebsausgaben.

Säule 3: Produktive vs. unproduktive Arbeitszeit

Von 8 Arbeitsstunden pro Tag sind durchschnittlich nur 5–6 Stunden fakturierbar. Der Rest geht für Akquise, E-Mails, Meetings, Angebotserstellung, Buchhaltung und Weiterbildung drauf. Wer nur 60 % seiner Zeit in Rechnung stellt, muss seinen Stundensatz um Faktor 1,67 erhöhen, um dieselbe Gesamteinnahme zu erzielen.

Die unproduktive Zeit: Akquise & Buchhaltung

Der unsichtbare Feind jedes Freelancers ist die unproduktive Zeit. Ein typischer 8-Stunden-Tag sieht so aus:

  • Fakturierbare Arbeit am Kundenprojekt: 5–6 Stunden
  • E-Mails & Kommunikation: 0,5–1 Stunde
  • Akquise & Netzwerken: 0,5–1 Stunde (in Auftragsflauten deutlich mehr)
  • Buchhaltung & Rechnungstellung: 0,25–0,5 Stunden täglich
  • Weiterbildung & Recherche: 0,25–0,5 Stunden täglich

Jahresrechnung: 252 Werktage − 25 Urlaubstage − 10 Krankheitstage = 217 Arbeitstage × 8 Stunden = 1.736 Stunden. Davon 65 % fakturierbar = 1.128 Rechnungsstunden. Wer 80.000 € Jahresumsatz benötigt: 80.000 ÷ 1.128 = 70,92 € Stundensatz – nur als Gewinnschwelle, ohne Gewinnmarge.

Durchschnittliche Stundensätze 2026 nach Branche

Branche / TätigkeitTypischer StundensatzTop-Spezialisten
IT-Berater / Senior Developer80 – 150 €bis 200 € (Cloud, KI, SAP)
UX/UI Designer70 – 120 €bis 150 € (Product Design)
Texter / Content Strategist60 – 100 €bis 130 € (SEO-Experten)
Marketingberater / SEA-Spezialist65 – 110 €bis 140 €
Unternehmensberater (Strategy)100 – 200 €bis 350 € (Ex-Big4)
Virtuelle Assistenz35 – 60 €bis 80 € (spezialisiert)
Übersetzer (DE/EN)50 – 90 €bis 120 € (Fachübersetzung)
Fotograf / Videograf60 – 120 €bis 200 € (Werbung/Film)

Entscheidender als die Branche ist die wahrgenommene Expertise: Ein Junior-Developer mit breitem Stack verdient weniger als ein Senior, der sich auf eine hochgefragte Nische spezialisiert (z. B. Kubernetes, LLM-Fine-Tuning, SAP HANA). Investitionen in Zertifizierungen und Case Studies zahlen sich langfristig in höheren Tagessätzen aus.

Häufige Fragen zum Stundensatz-Rechner

Muss ich die Mehrwertsteuer auf meinen Stundensatz aufschlagen?+
Als Kleinunternehmer (§ 19 UStG, Umsatz unter 25.000 € im Vorjahr) entfällt die Umsatzsteuer – Sie stellen Netto-Rechnungen ohne USt.-Ausweis. Andernfalls müssen Sie 19 % Umsatzsteuer separat ausweisen: Ein Stundensatz von 90 € netto wird zur Bruttorechnung von 107,10 €. Nennen Sie in Angeboten immer den Netto-Betrag mit Hinweis „zzgl. 19 % USt.".
Wie viele produktive Stunden pro Jahr sind realistisch?+
Konservative Kalkulation: 252 Werktage − 25 Urlaubstage − 10–15 Krankheitstage = ca. 212–217 Arbeitstage × 8 Stunden = ca. 1.700 Stunden. Davon 60–70 % fakturierbar = 1.000 bis 1.200 Rechnungsstunden pro Jahr. Wer zu optimistisch plant und dann die Hälfte des Jahres mit Akquise verbringt, gerät schnell in Liquiditätsprobleme.
Was mache ich, wenn mein kalkulierter Stundensatz zu hoch für Kunden ist?+
Zwei Hauptstrategien: 1. Nische vertiefen – ein „WordPress-Entwickler" konkurriert mit Hunderten, ein „E-Commerce-Optimierungsexperte für B2B-Shops" deutlich weniger. 2. Zielgruppe wechseln – mittelständische Marktführer und Konzerne haben deutlich höhere Budgets als kleine KMUs. Preisdruck ist oft ein Zeichen falscher Zielgruppe, nicht eines falschen Stundensatzes.