Neue Grundsteuer seit 2025

Grundsteuer-Rechner 2026

Grundsteuer nach Reform berechnen

Grundsteuer pro Jahr
248,00
20,67 €/Monat
Berechnung (Formel)
Grundsteuerwert200.000
× Messzahl (0,31 ‰)62,00
× Hebesatz (400 %)248,00

Grundsteuer/Jahr248,00
Neue Grundsteuer seit 01.01.2025: Die Grundsteuerreform trat zum 01.01.2025 in Kraft. Grundlage ist der neu festgestellte Grundsteuerwert (Bescheid vom Finanzamt).

Grundsteuer 2025/2026 – Die größte Steuerreform seit Jahrzehnten

Seit dem 1. Januar 2025 gilt in Deutschland eine vollständig erneuerte Grundsteuer. Das Bundesverfassungsgericht hatte 2018 geurteilt, dass die bis dahin geltenden Einheitswerte (West: 1964, Ost: 1935) gleichheitswidrig und verfassungswidrig sind. Die Reform betrifft rund 36 Millionen Grundstücke – Eigenheimbesitzer, Vermieter und Mieter gleichermaßen.

Das Ergebnis: Je nach Bundesland gelten unterschiedliche Berechnungsmodelle. Unser Rechner hilft Ihnen, sich im Dschungel aus Bundesmodell, Bayern-Modell und weiteren Ländermodellen zurechtzufinden.

Das Bundesmodell – Wertabhängige Berechnung (11 Länder)

Das Bundesmodell gilt in den meisten Ländern: Berlin, Brandenburg, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Die Formel:

Grundsteuerwert × Steuermesszahl × Hebesatz = Grundsteuer

SchrittBezeichnungErklärung
1GrundsteuerwertNeu ermittelter Wert des Grundstücks (Bodenwert + Gebäudewert), festgestellt vom Finanzamt
2SteuermesszahlGesetzlich festgelegter Faktor: 0,31 ‰ für Wohngrundstücke; 0,34 ‰ für andere Grundstücke (ermäßigt bei Sozialwohnungen)
3Steuermessbetrag= Grundsteuerwert × Steuermesszahl (Zwischenergebnis in Euro)
4HebesatzVon der Gemeinde frei festgelegter Multiplikator in % (z. B. 400–1.000 %)

Rechenbeispiel Bundesmodell (Berlin)

Grundsteuerwert: 200.000 € × Steuermesszahl 0,31 ‰ = 62 € Messbetrag × Hebesatz 810 % = 502,20 € Grundsteuer/Jahr.

Das Bayern-Modell – Flächenbasiert und wertunabhängig

Bayern hat von der Öffnungsklausel Gebrauch gemacht und ein eigenes Flächenmodell eingeführt. Hier ist nicht der Wert, sondern die Fläche des Grundstücks und des Gebäudes entscheidend:

Bayern-Formel

(Grundstücksfläche × Äquivalenzzahl Boden) + (Wohnfläche × Äquivalenzzahl Gebäude) = Äquivalenzbetrag
× Steuermesszahl × Hebesatz = Grundsteuer

Äquivalenzzahl Boden: 0,04 €/m², Äquivalenzzahl Wohnfläche: 0,50 €/m². Ein Münchner Einfamilienhaus auf 500 m² Grundstück mit 150 m² Wohnfläche zahlt demnach: (500 × 0,04) + (150 × 0,50) = 20 + 75 = 95 € × Messzahl 100 % × Hebesatz 535 % ≈ 508,25 € Grundsteuer/Jahr.

Bayern-Besonderheit: Ein Penthouse im Zentrum und ein einfaches Haus auf gleicher Fläche am Stadtrand zahlen identische Grundsteuer – der Wert der Immobilie spielt keine Rolle. Kritiker sehen darin eine Begünstigung von Luxusimmobilien.

Weitere Ländermodelle: Baden-Württemberg, Hamburg & Co.

BundeslandModellBesonderheit
BayernFlächenmodellVollständig wertunabhängig; nur Flächen × Äquivalenzzahlen
Baden-WürttembergBodenwertmodellNur Grundstücksfläche × Bodenrichtwert; Gebäude irrelevant
HamburgWohnlagemodellBundesmodell mit Abschlag für „normale Wohnlagen" (20 %)
HessenFlächen-Faktor-ModellFlächenmodell mit Lagekorrekturfaktor nach Bodenrichtwert
NiedersachsenBundesmodell (modifiziert)Niedrigere Steuermesszahl für Ein-/Zweifamilienhäuser
Übrige LänderBundesmodellStandard gemäß Grundsteuer-Reformgesetz 2019

Hebesätze 2025/2026 in deutschen Städten

Der Hebesatz ist der entscheidende kommunale Steuerhebel. Gemeinden können ihn jährlich anpassen – und haben das nach der Reform vielerorts getan:

StadtBundeslandHebesatz ca. (2025)
BerlinBrandenburg/Berlin810 %
HamburgHamburg-Modell975 %
MünchenBayern535 %
KölnNRW543 %
Frankfurt am MainHessen500 %
StuttgartBaden-Württemberg520 %
DüsseldorfNRW440 %
LeipzigSachsen650 %
DresdenSachsen630 %
NürnbergBayern555 %

Hinweis: Angaben sind Richtwerte; genaue Hebesätze entnehmen Sie der Satzung Ihrer Gemeinde.

Auswirkung auf Mieter und die Nebenkostenabrechnung

Vermieter dürfen die gezahlte Grundsteuer eins zu eins auf Mieter umlegen (§ 2 Nr. 1 BetrKV). Steigt die Grundsteuer durch die Reform – was in vielen Städten der Fall ist – steigen die Nebenkosten der Mieter entsprechend.

Gut zu wissen: Eigentümer einer selbst genutzten Immobilie zahlen die Grundsteuer direkt – ohne Umweg über den Vermieter. Beim Immobilienkauf ist die Grundsteuerbelastung der Region daher ein weiterer Kostenfaktor. Mehr dazu auch beim Grunderwerbsteuer-Rechner.

Als Eigentümer erhalten Sie den Grundsteuerbescheid direkt vom Finanzamt bzw. der Gemeinde. Grundlage ist der vom Finanzamt festgestellte Grundsteuerwert (Feststellungsbescheid 2022), den Sie in der Steuererklärung angegeben haben.

Häufige Fragen zur Grundsteuer-Reform

Warum hat sich die Grundsteuer 2025 geändert?+
Das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) erklärte 2018 die bisherige Einheitswert-Berechnung der Grundsteuer für verfassungswidrig, da sie noch auf veralteten Werten von 1964 (Westdeutschland) bzw. 1935 (Ostdeutschland) basierte. Das Grundsteuer-Reformgesetz von 2019 verpflichtet alle Länder, ab 2025 nach neuen Regeln zu erheben. Die Neubewertung aller rund 36 Millionen Grundstücke war die größte Steuerreform der deutschen Nachkriegsgeschichte.
Wie berechnet sich die Grundsteuer nach dem Bundesmodell?+
Im Bundesmodell gilt: Grundsteuerwert (neu ermittelter Wert des Grundstücks) × Steuermesszahl (vom Gesetz festgelegt, z. B. 0,31 ‰ für Wohngrundstücke) = Steuermessbetrag. Dieser Steuermessbetrag × Hebesatz der Gemeinde (z. B. 810 % in Berlin) = jährliche Grundsteuer. Da das Bundesmodell bewusst aufkommensneutral gestaltet sein sollte, haben viele Gemeinden ihre Hebesätze angepasst.
Was ist der Unterschied zwischen dem Bundesmodell und dem Bayern-Modell?+
Das Bundesmodell ist wertabhängig: Es berücksichtigt Bodenrichtwert, Mietniveaustufe und Gebäudetyp. Das Bayern-Modell (sog. Flächenmodell) ist wertunabhängig: Es bestimmt den Messbetrag allein nach der Fläche des Grundstücks und des Gebäudes multipliziert mit festen Äquivalenzzahlen. Ein Luxushaus auf 400 m² zahlt in Bayern dieselbe Grundsteuer wie ein einfaches Haus gleicher Fläche.
Was bedeutet Hebesatz und wie hoch ist er in deutschen Großstädten?+
Der Hebesatz ist ein von jeder Gemeinde frei festgelegter Multiplikator in Prozent, mit dem der Steuermessbetrag zur endgültigen Grundsteuer hochgerechnet wird. Typische Hebesätze 2025/2026: München ca. 535 %, Hamburg ca. 975 %, Berlin ca. 810 %, Köln ca. 543 %, Frankfurt ca. 500 %, Düsseldorf ca. 440 %. Gemeinden können den Hebesatz jederzeit erhöhen.
Können Mieter durch die Grundsteuerreform mehr Nebenkosten zahlen?+
Ja. Die Grundsteuer ist eine umlagefähige Betriebskosten-Position im Sinne der Betriebskostenverordnung (BetrKV). Vermieter dürfen die gezahlte Grundsteuer vollständig auf die Mieter umlegen. Steigt die Grundsteuer durch die Reform (was vielerorts der Fall ist), steigen entsprechend die Nebenkostenabrechnungen der Mieter. Die Bundesregierung diskutiert aktuell, ob eine weitere Umlagefähigkeit beschränkt werden soll.