Durchschnitt: 1.644 EUR brutto

Urlaubsgeld-Rechner 2026

Urlaubsentgelt (§11 BUrlG) und freiwilliges Urlaubsgeld netto berechnen

§ 11 BUrlG: Urlaubsentgelt = fortgezahltes Arbeitsentgelt auf Basis des Durchschnittsverdienstes der letzten 13 Wochen.
EUR

= Durchschnitt der letzten 3 Monate

Urlaubsentgelt

2.423 EUR

brutto (wird mit normalem Gehalt ausgezahlt)

Tagesverdienst161,54 EUR
Urlaubstage× 15 Tage
Urlaubsentgelt2.423 EUR

Urlaubsgeld vs. Urlaubsentgelt – der entscheidende Unterschied

Im deutschen Arbeitsrecht gibt es zwei Begriffe, die oft verwechselt werden: das Urlaubsentgelt und das Urlaubsgeld. Die Unterscheidung hat erhebliche praktische Auswirkungen – sowohl auf den Rechtsanspruch als auch auf die steuerliche Behandlung.

MerkmalUrlaubsentgeltUrlaubsgeld
Rechtsgrundlage§11 BUrlG – gesetzlich garantiertFreiwillige Sonderzahlung
AnspruchJeder ArbeitnehmerNur bei Tarif-/Arbeitsvertrag
HöheDurchschnitt letzter 13 WochenFrei vereinbar
Steuerliche BehandlungLaufender Bezug (normaler Steuersatz)Sonstiger Bezug (hochgerechnet)
ZahlungAutomatisch bei UrlaubsnahmeEinmalig (meist Juni/Juli)

Urlaubsentgelt nach §11 BUrlG: Die gesetzliche Lohnfortzahlung

Das Urlaubsentgelt ist keine Bonuszahlung – es ist Ihr normales Gehalt während des Urlaubs. §11 BUrlG schreibt vor, dass sich die Höhe nach dem durchschnittlichen Arbeitsverdienst der letzten 13 Wochen (ohne Überstundenvergütung) vor Urlaubsbeginn bemisst.

Urlaubsentgelt pro Tag = Gesamtverdienst der letzten 13 Wochen ÷ 65 Arbeitstage

Gesamtentgelt = Entgelt pro Tag × Urlaubstage

Rechenbeispiel: Gehaltsempfänger

Bei einem festen Monatsgehalt von 3.500 € brutto ändert sich durch §11 BUrlG in der Regel nichts – Sie erhalten Ihr normales Gehalt weiter. Relevant wird die Berechnung bei variablen Vergütungsbestandteilen (Zulagen, Provisionen, Schichtzuschläge), da diese in den 13-Wochen-Durchschnitt einfließen und das Urlaubsentgelt erhöhen.

Die Steuerfalle „Sonstiger Bezug" – warum das Urlaubsgeld-Netto so niedrig ausfällt

Wer im Sommer sein Urlaubsgeld auf der Abrechnung sieht, erlebt regelmäßig eine Enttäuschung: Von 1.000 € brutto bleiben oft nur 500–600 € übrig. Der Grund liegt im Lohnsteuerabzugsverfahren für sonstige Bezüge gemäß §39b Abs. 3 EStG.

So funktioniert die Hochrechnung

Das Finanzamt addiert sämtliche sonstigen Bezüge (Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld, Boni) zum laufenden Jahresbruttogehalt. Auf dieses erhöhte Jahresbrutto wird die Jahres-Lohnsteuer ermittelt. Anschließend wird gegengerechnet, wie hoch die Steuer ohne den sonstigen Bezug gewesen wäre. Die Differenz ist die Steuer, die auf das Urlaubsgeld entfällt.

SchrittBerechnungBetrag
1. Jahresbrutto (laufend)3.500 € × 1242.000 €
2. + Urlaubsgeld+ 1.644 €43.644 €
3. Jahreslohnsteuer mit UGTarif StKl I7.928 €
4. Jahreslohnsteuer ohne UGTarif StKl I7.392 €
5. LSt auf UrlaubsgeldDifferenz536 €
6. + SolZ + KiSt + SV~14% + ~20%~558 €
7. Urlaubsgeld netto1.644 − 536 − 558~550 €

Gute Nachricht: Diese „Überbesteuerung" ist nur vorläufig. Über den Lohnsteuerjahresausgleich im Dezember – oder spätestens über Ihre Steuererklärung – gleicht das Finanzamt die Differenz aus. Effektiv zahlen Sie exakt den Steuersatz Ihres tatsächlichen Jahreseinkommens. Die exakte Nettovariante berechnen Sie am besten mit dem Brutto-Netto-Rechner.

Sozialversicherung auf Urlaubsgeld 2026

Anders als bei der Lohnsteuer gibt es bei der Sozialversicherung keine „Hochrechnung". Das Urlaubsgeld wird im Auszahlungsmonat zum laufenden Bruttogehalt addiert, und auf das gesamte Monatsbrutto werden die regulären SV-Beiträge berechnet – vorausgesetzt, die Beitragsbemessungsgrenze (BBG) wird nicht überschritten.

VersicherungszweigAN-Anteil 2026BBG/Monat (West)
Rentenversicherung9,3 %8.050 €
Krankenversicherung7,3 % + Zusatz5.512,50 €
Arbeitslosenversicherung1,3 %8.050 €
Pflegeversicherung1,7 % (kinderlos 2,3 %)5.512,50 €

Tipp für Gutverdiener: Liegt Ihr laufendes Monatsbrutto bereits nahe an der BBG, kann das Urlaubsgeld diese überschreiten. Auf den Teil über der BBG fallen keine SV-Beiträge an – das Netto steigt überproportional.

Urlaubsgeld nach Branchen: Wer bekommt wie viel?

2026 erhalten laut WSI-Tarifarchiv rund 46 % aller Beschäftigten in der Privatwirtschaft ein tarifliches Urlaubsgeld. Die Höhe variiert erheblich:

BrancheØ UrlaubsgeldGrundlage
Metall- & Elektroindustrie2.827 €Tarifvertrag (50% Monatsgehalt)
Chemische Industrie1.248 €Tarifvertrag (fest)
Einzelhandel (West)1.064 €Tarifvertrag (gestaffelt)
Bauhauptgewerbe1.779 €Tarifvertrag über SOKA-BAU
Öffentlicher Dienst (TVöD)0 €Kein Urlaubsgeld (in Jahressonderzahlung enthalten)

Häufige Fragen zum Urlaubsgeld

Warum wird Urlaubsgeld im Auszahlungsmonat so hoch versteuert?+
Urlaubsgeld gilt steuerlich als „sonstiger Bezug" (§39b Abs. 3 EStG). Das Finanzamt rechnet das Brutto-Urlaubsgeld auf das Jahreseinkommen hoch und wendet den daraus resultierenden, höheren Steuersatz auf den gesamten Monatsbezug an. Dadurch wird im Auszahlungsmonat überproportional viel Lohnsteuer einbehalten. Der Lohnsteuerjahresausgleich oder die Steuererklärung korrigiert dies rückwirkend.
Hat jeder Arbeitnehmer Anspruch auf Urlaubsgeld?+
Nein. Einen gesetzlichen Anspruch auf zusätzliches Urlaubsgeld gibt es in Deutschland nicht. Der Anspruch kann sich nur aus Tarifvertrag, Betriebsvereinbarung, Arbeitsvertrag oder betrieblicher Übung ergeben. Das gesetzliche Urlaubsentgelt (§11 BUrlG) – also die Fortzahlung des normalen Gehalts im Urlaub – steht dagegen jedem Arbeitnehmer zu.
Muss Urlaubsgeld bei Kündigung zurückgezahlt werden?+
Nur wenn eine wirksame Rückzahlungsklausel im Arbeitsvertrag oder Tarifvertrag vereinbart wurde. Nach Rechtsprechung des BAG sind solche Klauseln nur bei echten Sonderzuwendungen und bei Kündigung durch den Arbeitnehmer vor bestimmten Stichtagen zulässig. Das gesetzliche Urlaubsentgelt darf niemals zurückgefordert werden.