Brutto vs. Netto Vergleich

Gehaltserhöhung-Rechner 2026

Netto-Mehr durch Gehaltserhöhung berechnen – alle Steuerklassen

EUR/Monat
EUR

Netto-Mehr pro Monat

+152 EUR

= +1.825 EUR/Jahr

VorherNachherMehr
Brutto3.500 EUR3.800 EUR+300 EUR
Netto2.438 EUR2.590 EUR+152 EUR

51% der Brutto-Erhöhung bleiben netto

* Vereinfachte Berechnung. Tatsächliche Werte können abweichen.

Gehaltserhöhung 2026 – Was netto wirklich ankommt

Die gute Nachricht: Sie bekommen 300 EUR brutto mehr. Die ernüchternde Nachricht: Netto bleiben davon oft nur 150–170 EUR übrig. Der Grund heißt Steuerprogression. Deutschlands Steuersystem besteuert jeden zusätzlichen Euro mit einem höheren Grenzsteuersatz – und die Sozialversicherungsbeiträge steigen ebenfalls proportional mit.

Wer das versteht, verhandelt klüger. Denn neben der klassischen Bruttoerhöhung gibt es steuerfreie Alternativen, die mehr Netto bringen – bei gleichen Kosten für den Arbeitgeber. Prüfen Sie Ihr Ergebnis mit dem Brutto-Netto-Rechner.

Die Steuerprogression: Warum 10 % brutto ≠ 10 % netto

Deutschland hat einen progressiven Einkommensteuertarif. Das heißt: Je mehr Sie verdienen, desto höher ist der Steuersatz auf den letzten verdienten Euro (Grenzsteuersatz). Eine Gehaltserhöhung wird immer zum aktuellen Grenzsteuersatz versteuert – nicht zum Durchschnittssteuersatz.

Zu versteuerndes Einkommen (2026)GrenzsteuersatzNetto von 100 EUR Erhöhung*
Bis 12.096 EUR0 %~80 EUR
12.097–17.443 EUR14–24 %~62–68 EUR
17.444–68.480 EUR24–42 %~48–62 EUR
68.481–277.825 EUR42 %~46 EUR
Ab 277.826 EUR45 %~43 EUR

*Nach Abzug von Lohnsteuer + Soli + Sozialversicherung (Steuerklasse I, keine Kirche)

Bei einem Jahresbrutto von 50.000 EUR liegt der Grenzsteuersatz bei rund 37 %. Von 100 EUR brutto mehr bleiben nach Steuern und Sozialabgaben nur etwa 52 EUR netto übrig.

Rechenbeispiel: 400 EUR brutto Erhöhung

PositionVorherNachherDifferenz
Bruttogehalt/Monat3.500 EUR3.900 EUR+400 EUR (+11,4 %)
Lohnsteuer397 EUR517 EUR+120 EUR
Sozialversicherung717 EUR799 EUR+82 EUR
Nettogehalt2.386 EUR2.584 EUR+198 EUR (+8,3 %)

Steuerklasse I, keine Kinder, keine Kirchensteuer, West-Deutschland

Von 400 EUR brutto bleiben 198 EUR netto. Nur knapp die Hälfte. Der Arbeitgeber zahlt sogar noch mehr: Auf die 400 EUR kommen rund 80 EUR Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung – seine Gesamtkosten pro Monat steigen also um 480 EUR.

Steuerfreie Alternativen zur klassischen Gehaltserhöhung 2026

Statt einer reinen Bruttoerhöhung können Arbeitgeber steuerfreie Benefits anbieten. Der Vorteil: Was steuerfrei ist, kommt zu 100 % beim Arbeitnehmer an – und spart dem Arbeitgeber die Lohnnebenkosten.

BenefitMax. BetragNetto-Vorteil
Sachbezug (Gutscheine, Tankkarte)50 EUR/Monat600 EUR/Jahr steuerfrei
Jobticket (ÖPNV)unbegrenztKomplett steuerfrei seit 2019
Jobrad (Dienstfahrrad)unbegrenzt0,25 % des Listenpreises/Monat als geldwerter Vorteil
Erholungsbeihilfe156 EUR/JahrPauschal mit 25 % versteuert (AG zahlt)
InflationsausgleichsprämieausgelaufenWar bis 31.12.2024 möglich (max. 3.000 EUR)

Praxistipp: Kombistrategie

Verhandeln Sie eine moderate Bruttoerhöhung (z. B. 200 EUR) plus Sachbezug (50 EUR) plus Jobticket. Netto kommt so mehr an als bei einer reinen 400-EUR-Bruttoerhöhung – bei geringeren Kosten für den Arbeitgeber.

Häufige Fragen

Was ist die kalte Progression?
Die kalte Progression entsteht, wenn eine Gehaltserhöhung nur die Inflation ausgleicht, aber trotzdem zu einer höheren Steuerbelastung führt. Real bleibt weniger Kaufkraft, obwohl das Bruttogehalt nominell steigt. Die Bundesregierung passt den Grundfreibetrag regelmäßig an, um diesen Effekt teilweise auszugleichen.
Kann ich steuerfreie Sachbezüge statt einer Erhöhung verlangen?
Ja, sofern der Arbeitgeber zustimmt. Die 50-EUR-Sachbezugsgrenze gilt pro Monat und Arbeitnehmer. Voraussetzung: Der Sachbezug muss zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn gewährt werden. Eine Gehaltsumwandlung (weniger Brutto + Sachbezug) ist steuerrechtlich nicht zulässig.
Wie viel Prozent Gehaltserhöhung ist realistisch?
Innerhalb des gleichen Unternehmens sind 3–7 % üblich, bei Beförderungen 8–15 %. Bei einem Jobwechsel sind 10–20 % realistisch. Tarifabschlüsse 2025/2026 lagen im Schnitt bei 3–5 %. Deutlich höhere Forderungen sind nur mit klaren Argumenten (neue Aufgaben, Marktvergleich) durchsetzbar.