Durchschnitt: 2.987 EUR brutto

Weihnachtsgeld-Rechner 2026

Netto-Weihnachtsgeld mit Steuer und Sozialversicherung berechnen

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Bundesweiter Durchschnitt: 2.987 EUR brutto

Ihr Netto-Weihnachtsgeld

1.518 EUR

51% von Brutto bleiben netto

Brutto-Weihnachtsgeld2.987 EUR
Lohnsteuer867 EUR
SV-Beiträge (~20,15%)602 EUR
Netto1.518 EUR
Sechstelregelung: Aktiv ✓ – WG ≤ 1/6 des Jahresgehalts (7.000 EUR)

* Vereinfachte Berechnung nach Jahressteuer-Methode. Für genaue Werte Steuerberater konsultieren.

Weihnachtsgeld 2026: Rechtsanspruch, Steuerfalle und Netto-Berechnung

Im Durchschnitt erhalten Beschäftigte in der Privatwirtschaft ein Weihnachtsgeld von 2.987 € brutto (WSI 2026). Doch wer in der November- oder Dezember-Abrechnung das Nettoergebnis sieht, ist oft ernüchtert: Vom Brutto-Weihnachtsgeld bleibt netto deutlich weniger übrig als erwartet. Der Grund: Die steuerliche Behandlung als „sonstiger Bezug" und die vollen Sozialversicherungsbeiträge.

Ø 2.987 €

Brutto-Weihnachtsgeld (West)

~53 %

Typische Netto-Quote (StKl I)

52 von 100

Tarifbeschäftigte mit Anspruch

Betriebliche Übung: Wann entsteht ein Rechtsanspruch?

Auch ohne ausdrückliche vertragliche Regelung kann ein Anspruch auf Weihnachtsgeld entstehen – durch die sogenannte betriebliche Übung. Die zentralen Voraussetzungen nach Rechtsprechung des BAG:

VoraussetzungErklärung
3 × vorbehaltlos gezahltMindestens drei aufeinanderfolgende Jahre in gleichbleibender Höhe oder nach gleichbleibender Berechnung
Kein wirksamer FreiwilligkeitsvorbehaltDer AG muss bei jeder Zahlung ausdrücklich auf die Freiwilligkeit hinweisen – rückwirkend ist dies nicht möglich
GleichbehandlungAlle vergleichbaren Arbeitnehmer müssen die Zahlung erhalten (AGG / §75 BetrVG)
Keine WiderrufsklauselEin einseitiger Widerruf ist nur bei wirksamer, transparenter Klausel nach §308 Nr. 4 BGB zulässig

Praxis-Tipp: Viele Arbeitgeber schreiben mittlerweile auf jede Weihnachtsgeld-Abrechnung einen Vermerk wie „freiwillige Leistung ohne Begründung eines Rechtsanspruchs für die Zukunft". Ob dieser Vorbehalt im Einzelfall wirksam ist, prüft das Arbeitsgericht anhand der konkreten Formulierung und des Gesamtzusammenhangs.

Warum das Netto-Weihnachtsgeld so gering ausfällt: Die Steuerberechnung im Detail

Weihnachtsgeld ist steuerlich ein sonstiger Bezug nach §39b Abs. 3 EStG – genau wie Urlaubsgeld, Boni oder Abfindungen. Das Lohnsteuerverfahren rechnet die Zahlung auf das volle Jahresbrutto hoch und ermittelt die Differenz-Lohnsteuer.

Rechenbeispiel: 2.987 € Weihnachtsgeld, Steuerklasse I

PositionBetrag
Brutto-Weihnachtsgeld2.987 €
Lohnsteuer (sonstiger Bezug)−618 €
Solidaritätszuschlag−0 €
Kirchensteuer (9 %)−56 €
Rentenversicherung (9,3 %)−278 €
Krankenversicherung (~8,15 %)−243 €
Arbeitslosenversicherung (1,3 %)−39 €
Pflegeversicherung (1,7 %)−51 €
Netto-Weihnachtsgeld≈ 1.702 €

Die effektive Abzugsquote beträgt hier rund 43 %. Der Grund: Das Weihnachtsgeld hebt das Monatsbrutto in eine höhere Progressionsstufe. Die endgültige Lohnsteuerbelastung wird über den Lohnsteuerjahresausgleich korrigiert – in vielen Fällen erhalten Arbeitnehmer mit der Steuererklärung einen Teil zurück.

Weihnachtsgeld nach Branchen 2026

BrancheØ BruttoBerechnung
Metall- & Elektro (West)3.879 €55% Monatsgehalt
Öffentlicher Dienst (TVöD)2.700 €60–90% Jahressonderzahlung
Bankgewerbe3.500 €100% Monatsgehalt
Einzelhandel (West)1.650 €62,5% Tarifgehalt
Bauhauptgewerbe2.230 €Tarifvertraglich geregelt
Hotel & Gastronomie1.180 €Unterschiedlich

Häufige Fragen zum Weihnachtsgeld

Was ist eine „betriebliche Übung" beim Weihnachtsgeld?+
Eine betriebliche Übung entsteht, wenn der Arbeitgeber mindestens drei Jahre in Folge vorbehaltlos Weihnachtsgeld in gleicher Höhe gezahlt hat. Daraus erwächst ein Rechtsanspruch (BAG, 10 AZR 671/09). Der Arbeitgeber kann die Zahlung dann nicht mehr einseitig einstellen oder kürzen – es sei denn, er hat in jedem Jahr einen wirksamen „Freiwilligkeitsvorbehalt" erklärt.
Was ist ein wirksamer „Freiwilligkeitsvorbehalt"?+
Ein wirksamer Freiwilligkeitsvorbehalt muss klar, verständlich und widerspruchsfrei formuliert sein (§307 BGB). Er muss ausdrücklich jedes Mal bei der Zahlung erklärt werden – ein bloßer Passus im Arbeitsvertrag reicht nach aktueller BAG-Rechtsprechung oft nicht aus. Zudem darf er nicht im Widerspruch zu anderen vertraglichen Zusagen stehen.
Bekommt man bei Kündigung im November anteilig Weihnachtsgeld?+
Das hängt vom Zweck der Zahlung ab. Ist das Weihnachtsgeld reiner Entgeltcharakter (Vergütung geleisteter Arbeit), besteht ein anteiliger Anspruch. Ist es eine Treueprämie mit Stichtagsregelung, kann der Anspruch bei Ausscheiden vor dem Stichtag entfallen – allerdings nur bis zur Grenze von einem Monatsgehalt (BAG, 10 AZR 848/12).