Riester-Rente 2026 – Zulagen, Steuervorteil und Berechnung
Die Riester-Rente ist eine staatlich geförderte private Altersvorsorge. Der Staat belohnt Ihre Einzahlungen mit Zulagen und Steuervorteilen. Seit der Einführung 2002 haben über 16 Millionen Deutsche einen Riester-Vertrag abgeschlossen – doch viele verschenken Geld, weil sie zu wenig einzahlen oder die Zulagen nicht beantragen.
Ob sich ein Riester-Vertrag lohnt, hängt von Ihrem Einkommen, der Kinderzahl und den Vertragskosten ab. Unser Rechner zeigt Ihnen, wie hoch Ihre Zulagen ausfallen und welche Rente am Ende herauskommt.
Die Riester-Zulagen 2026
Die staatlichen Zulagen sind das Herzstück der Riester-Förderung. Sie werden direkt in Ihren Vertrag eingezahlt:
| Zulage | Betrag/Jahr | Voraussetzung |
|---|---|---|
| Grundzulage | 175 EUR | Jeder Förderberechtigte |
| Kinderzulage (geb. vor 2008) | 185 EUR | Je Kind mit Kindergeldanspruch |
| Kinderzulage (geb. ab 2008) | 300 EUR | Je Kind mit Kindergeldanspruch |
| Berufseinsteigerbonus | 200 EUR | Einmalig, Vertragsabschluss vor dem 25. Geburtstag |
Wie viel muss ich einzahlen, um die volle Zulage zu bekommen?
Die volle Zulage gibt es nur, wenn der Mindesteigenbeitrag eingezahlt wird. Die Formel:
Eigenbeitrag = 4 % des Vorjahres-Bruttoeinkommens − Zulagen
Mindestens 60 EUR/Jahr, maximal 2.100 EUR/Jahr (inkl. Zulagen)
Rechenbeispiel: Familie mit 2 Kindern (geb. 2012, 2015)
| Position | Betrag |
|---|---|
| Vorjahres-Brutto | 40.000 EUR |
| 4 % davon | 1.600 EUR |
| − Grundzulage | −175 EUR |
| − Kinderzulagen (2 × 300 EUR) | −600 EUR |
| = Eigenbeitrag/Jahr | 825 EUR (68,75 EUR/Monat) |
| Gesamteinzahlung in Vertrag | 1.600 EUR (825 + 775 Zulagen) |
Die Familie zahlt 825 EUR aus eigener Tasche – und bekommt 775 EUR Zulagen geschenkt. Das ist eine Rendite von 94 % auf den Eigenbeitrag, allein durch die staatliche Förderung.
Sonderausgabenabzug: Der zweite Förderhebel
Neben den Zulagen bietet Riester einen steuerlichen Vorteil: Die gesamten Einzahlungen (Eigenbeitrag + Zulagen) können als Sonderausgaben abgesetzt werden – bis maximal 2.100 EUR pro Jahr. Das Finanzamt prüft automatisch, ob der Steuerabzug günstiger ist als die Zulagen allein (Günstigerprüfung).
Bei Singles mit hohem Einkommen und ohne Kinder überwiegt oft der Steuervorteil. Bei Familien mit Kindern sind die Zulagen meist attraktiver. Die Differenz zwischen Steuerersparnis und bereits erhaltenen Zulagen wird als Erstattung über den Steuerbescheid ausgezahlt.
Praxistipp
Tragen Sie Ihre Riester-Beiträge in der Anlage AV der Steuererklärung ein. Vergessen Sie nicht die Anlage „Zulagennummer" – sonst kann das Finanzamt die Günstigerprüfung nicht durchführen.
Für wen lohnt sich Riester 2026?
Die Riester-Rente ist kein Allheilmittel – aber für bestimmte Gruppen besonders attraktiv:
- Familien mit Kindern: 2 Kinder (geb. ab 2008) bringen 775 EUR Zulagen/Jahr – bei niedrigem Eigenbeitrag
- Geringverdiener: Der Mindestbeitrag beträgt nur 60 EUR/Jahr, die volle Grundzulage (175 EUR) gibt es trotzdem
- Gutverdiener (ohne Kinder): Der Sonderausgabenabzug von bis zu 2.100 EUR bringt bei Spitzensteuersatz bis zu 882 EUR Steuerersparnis
Weniger geeignet für
Selbstständige (meist nicht förderberechtigt), Anleger, die Flexibilität brauchen (Riester ist bis 62 gebunden), und alle, die hohe Vertragskosten zahlen (über 1,5 % Effektivkosten/Jahr). Prüfen Sie in solchen Fällen eher einen ETF-Sparplan.
Besteuerung in der Rentenphase
Die Riester-Rente wird als „nachgelagert besteuert" bezeichnet. Das heißt: In der Ansparphase sind Beiträge steuerfrei, dafür muss die spätere Rente voll versteuert werden. Da das Einkommen im Ruhestand meist niedriger ist als im Berufsleben, fällt der Steuersatz geringer aus. Wer im Beruf 42 % Grenzsteuersatz hatte, liegt als Rentner oft bei 25–30 %. Dieses Steuergefälle macht die Riester-Rente zusätzlich attraktiv.
Für eine Einschätzung Ihrer gesetzlichen Rente nutzen Sie unseren Rentenrechner.
