Ab 1. Juli 2026 steigen alle Renten um 4,24 Prozent. Der neue Rentenwert beträgt 42,52 Euro pro Rentenpunkt. Wer 40 Jahre lang Durchschnittsgehalt verdient hat, bekommt dann 1.700 Euro Rente im Monat. Unser Rentenrechner 2026 schätzt Ihre voraussichtliche gesetzliche Rente – mit aktuellem Rentenwert, Ihrer Anzahl an Rentenpunkten und geplantem Renteneintrittsalter. Alle Werte basieren auf den offiziellen Angaben der Deutschen Rentenversicherung.
Die Rentenformel erklärt: So berechnet sich Ihre Rente
Wer wissen möchte, wie hoch seine gesetzliche Rente wird, kommt um die offizielle Rentenformel der Deutschen Rentenversicherung nicht herum. Diese lautet: Rente = Entgeltpunkte × Aktueller Rentenwert × Zugangsfaktor × Rentenartfaktor. Klingt kompliziert, ist aber gut zu verstehen, wenn man die einzelnen Faktoren kennt.
Entgeltpunkte entstehen durch Ihre Arbeit. Jedes Jahr teilt die Deutsche Rentenversicherung Ihr Jahresbruttogehalt durch das allgemeine Durchschnittsentgelt. 2026 beträgt dieses vorläufige Durchschnittsentgelt 51.944 Euro. Wer genau diesen Betrag verdient, sammelt 1,0 Entgeltpunkte pro Jahr. Wer mehr oder weniger verdient, sammelt entsprechend mehr oder weniger Punkte. Maximal sind 2026 rund 1,95 Entgeltpunkte möglich – das ist die Beitragsbemessungsgrenze von 101.400 Euro geteilt durch das Durchschnittsentgelt.
Der aktuelle Rentenwert ist der entscheidende jährlich angepasste Faktor. Bis 30. Juni 2026 gilt noch 40,79 Euro pro Entgeltpunkt. Ab 1. Juli 2026 steigt er auf 42,52 Euro – eine Erhöhung um 4,24 Prozent, wie das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) am 5. März 2026 bekanntgab.
Der Zugangsfaktor beschreibt, wann Sie in Rente gehen. Regulär ist er 1,0. Wer früher in Rente geht, erhält pro Monat Frühbezug einen dauerhaften Abzug von 0,3 Prozent. Wer länger arbeitet, gewinnt pro Monat 0,5 Prozent hinzu. Für die Altersrente gilt immer der Rentenartfaktor 1,0.
Beispielrechnung: 40 Entgeltpunkte × 42,52 Euro × 1,0 × 1,0 = 1.700,80 Euro brutto monatlich (ab Juli 2026). Das zeigt: Wer 40 Jahre lang Durchschnittsgehalt verdient und regulär in Rente geht, erhält knapp 1.701 Euro pro Monat gesetzliche Rente.
Rentenanpassung 2026: 4,24% mehr Rente ab Juli
Die Rentenanpassung 2026 ist die erfreulichste Botschaft für Rentnerinnen und Rentner in Deutschland: Zum 1. Juli 2026 steigen alle gesetzlichen Renten um 4,24 Prozent. Das ist sogar mehr als die ursprünglich prognostizierten 3,73 Prozent – der Grund liegt in der starken Lohnentwicklung des Jahres 2025.
Die Rentenanpassung gilt erstmals wieder vollständig bundeseinheitlich. Seit 2024 gibt es keine Ost-West-Unterschiede mehr beim Rentenwert – die Angleichung wurde 2023 abgeschlossen. Alle 21 Millionen Rentnerinnen und Rentner in Deutschland profitieren gleichmäßig von der Erhöhung.
Wichtig für die Rentenplanung: Das Rentenpaket 2025, das zum 1. Januar 2026 in Kraft getreten ist, sichert das Rentenniveau gesetzlich bis 2031 auf mindestens 48 Prozent. Diese sogenannte Haltelinie gibt Planungssicherheit – auch wenn damit das Rentenniveau nicht steigt, sinkt es zumindest nicht weiter.
Quellen: BMAS (5. März 2026), Deutsche Rentenversicherung, VZ Vermögenszentrum.
Wie viele Rentenpunkte sammeln Sie 2026?
Entgeltpunkte sind das Herzstück der Rentenberechnung. Jedes Jahr werden sie aus Ihrem Bruttoverdienst im Verhältnis zum Durchschnittsgehalt berechnet. Für 2026 gilt: Das vorläufige Durchschnittsentgelt beträgt 51.944 Euro, die Beitragsbemessungsgrenze liegt bei 101.400 Euro/Jahr.
| Jahresgehalt | Rentenpunkte/Jahr |
|---|---|
| 25.000 EUR | 0,48 Punkte |
| 35.000 EUR | 0,67 Punkte |
| 40.000 EUR | 0,77 Punkte |
| 51.944 EUR | 1,00 Punkte (Durchschnitt) |
| 60.000 EUR | 1,16 Punkte |
| 80.000 EUR | 1,54 Punkte |
| 101.400 EUR | 1,95 Punkte (Maximum) |
Wer 40 Jahre lang das Durchschnittsgehalt verdient, sammelt 40 × 1,0 = 40 Entgeltpunkte und erhält ab Juli 2026 genau 40 × 42,52 = 1.700,80 Euro Monatsrente brutto. Das verdeutlicht, wie direkt Ihr Verdienst und Ihre Beitragszeiten die spätere Rente beeinflussen.
Ein oft vergessener Tipp: Ab dem 50. Lebensjahr können Rentenpunkte freiwillig zugekauft werden. Ein Rentenpunkt kostet 2026 laut Handelsblatt und hopkins.law rund 9.661,58 Euro – und bringt dauerhaft 42,52 Euro mehr Rente pro Monat. Das entspricht einer Rendite von etwa 5,3 Prozent pro Jahr auf die eingezahlten Beiträge. (Quellen: Handelsblatt, hopkins.law)
Renteneintrittsalter 2026: Wann können Sie in Rente gehen?
Die Regelaltersgrenze steigt in Deutschland schrittweise auf 67 Jahre an. 2026 gelten je nach Geburtsjahr folgende Grenzen:
| Geburtsjahr | Regelaltersgrenze |
|---|---|
| 1959 | 65 Jahre 10 Monate |
| 1960 | 66 Jahre 0 Monate |
| 1961 | 66 Jahre 2 Monate |
| 1962 | 66 Jahre 4 Monate |
| 1963 | 66 Jahre 6 Monate |
| ab 1964 | 67 Jahre 0 Monate |
Die Rente für besonders langjährig Versicherte (45 Beitragsjahre) erlaubt 2026 einen abschlagsfreien Rentenbeginn mit 65 Jahren für die Geburtsjahrgänge 1959 und 1960. Wer hingegen früher in Rente geht, zahlt einen dauerhaften Abzug von 0,3 Prozent pro Monat – bei 2 Jahren Frühbezug sind das 7,2 Prozent weniger Rente für die gesamte restliche Lebenszeit.
Besonders attraktiv: Jeder Monat, den Sie über das Regelalter hinaus arbeiten, erhöht Ihre Rente dauerhaft um 0,5 Prozent. Ein Jahr länger arbeiten bringt also 6 Prozent mehr Rente – ein erheblicher Vorteil, der sich bei langer Lebensdauer stark auszahlt. (Quelle: Deutsche Rentenversicherung, transparent-beraten.de)
Die Rentenlücke: Warum private Vorsorge wichtig ist
Das gesetzlich gesicherte Rentenniveau liegt 2026 bei 48 Prozent des Nettogehalts – und das ist die Haltelinie, unter die es bis 2031 nicht sinken darf. Praktisch bedeutet das: Wer heute 3.000 Euro netto verdient, kann langfristig mit einer gesetzlichen Rente von rund 1.440 Euro rechnen.
Nach der Faustformel von Finanzexperten sollte man im Alter mindestens 80 Prozent des letzten Nettogehalts zur Verfügung haben. Bei 3.000 Euro Netto wären das 2.400 Euro – was eine Rentenlücke von rund 960 Euro monatlich ergibt, die durch private Vorsorge geschlossen werden muss.
Das deutsche Altersvorsorgesystem besteht aus drei Säulen: Die erste Säule ist die gesetzliche Rentenversicherung, die für die meisten Arbeitnehmer Pflicht ist. Die zweite Säule umfasst die betriebliche Altersvorsorge, bei der Arbeitgeber oft mitfinanzieren. Die dritte Säule schließlich ist die private Vorsorge – Riester-Rente, Rürup-Rente oder ETF-Sparpläne.
Wer früh anfängt, profitiert enorm vom Zinseszinseffekt: Wer ab 25 Jahren monatlich 200 Euro in einen ETF-Sparplan mit 7 Prozent Rendite einzahlt, hat nach 40 Jahren rund 525.000 Euro angespart. Das reicht für eine monatliche Entnahme von rund 1.750 Euro über 25 Jahre. (Quelle: VZ Vermögenszentrum, Bundesregierung)
