Lohnnebenkosten 2026: Was ein Mitarbeiter den Arbeitgeber wirklich kostet
Ein Arbeitnehmer mit 4.000 € Bruttogehalt kostet das Unternehmen nicht 4.000 € – sondern rund 4.840 €. Die Differenz von ca. 21 % sind die Lohnnebenkosten: gesetzliche Sozialversicherungsbeiträge, Umlagen und Berufsgenossenschaftsbeiträge, die der Arbeitgeber zusätzlich zum Bruttolohn abführt. Für Personalplanung, Stellenausschreibungen und Gehaltsverhandlungen ist diese Zahl entscheidend.
~21 %
AG-Aufschlag auf Bruttogehalt
~840 €
AG-Kosten bei 4.000 € brutto/Monat
~58.080 €
Jahres-Gesamtkosten für den AG
Sozialversicherungsbeiträge 2026: Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteil
Die Sozialversicherungsbeiträge werden zwischen Arbeitgeber (AG) und Arbeitnehmer (AN) aufgeteilt. Der Arbeitgeber führt beide Anteile an die Krankenkasse ab:
| Versicherungszweig | AG-Anteil | AN-Anteil | Gesamt |
|---|---|---|---|
| Rentenversicherung | 9,30 % | 9,30 % | 18,60 % |
| Krankenversicherung (allg.) | 7,30 % | 7,30 % | 14,60 % |
| Zusatzbeitrag KV (Ø 2026) | ~0,85 % | ~0,85 % | ~1,70 % |
| Arbeitslosenversicherung | 1,30 % | 1,30 % | 2,60 % |
| Pflegeversicherung | 1,70 % | 1,70 % * | 3,40 % |
| Summe AG-Anteil | ~20,45 % | — | — |
* Kinderlose AN ab 23 J. zahlen einen Zuschlag von 0,6 %. Der AG-Anteil bleibt unverändert bei 1,70 %.
U1, U2 und Insolvenzgeldumlage: Nur der Arbeitgeber zahlt
Zusätzlich zu den hälftigen SV-Beiträgen trägt der Arbeitgeber allein folgende Umlagen:
U1 – Entgeltfortzahlung
Erstattet bis zu 80 % der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Satz: 0,9–3,3 % (je nach Kasse und Erstattungssatz). Für Betriebe bis 30 Mitarbeiter verpflichtend.
U2 – Mutterschutz
Finanziert den AG-Zuschuss zum Mutterschaftsgeld. Satz: ca. 0,20–0,58 %. Für alle Betriebe verpflichtend – unabhängig von Betriebsgröße und Geschlecht der Belegschaft.
Insolvenzgeldumlage
Sichert Arbeitnehmeransprüche bei Insolvenz des Arbeitgebers. Satz: 0,06 % (2026). Wird von der Bundesagentur für Arbeit eingezogen.
Zusammen mit dem BG-Beitrag (Berufsgenossenschaft, abhängig von Branche und Gefahrenklasse, oft 1,0–3,0 %) ergibt sich der Gesamt-Aufschlag von ca. 21 % auf das Bruttogehalt. Details zum Netto-Effekt auf Arbeitnehmerseite zeigt der Brutto-Netto-Rechner.
