Mindestlohn 2026: 13,90 € pro Stunde – Regeln, Ausnahmen und Berechnung
Der gesetzliche Mindestlohn gilt für nahezu alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland. Seit dem 1. Januar 2026 beträgt er 13,90 € brutto pro Stunde. Die Mindestlohnkommission – paritätisch besetzt mit Vertretern von Arbeitgebern und Gewerkschaften – empfiehlt regelmäßig Anpassungen, die per Rechtsverordnung verbindlich werden.
13,90 €/h
Gesetzlicher Mindestlohn 2026
≈ 2.409 €
Brutto/Monat bei 40 h/Woche
556 €
Minijob-Grenze (dynamisch)
Für wen gilt der Mindestlohn nicht?
Das Mindestlohngesetz (MiLoG) sieht einige klar definierte Ausnahmen vor:
| Personengruppe | Regelung |
|---|---|
| Jugendliche unter 18 ohne Berufsabschluss | Kein Mindestlohn-Anspruch (§ 22 Abs. 2 MiLoG) |
| Auszubildende | Mindestausbildungsvergütung statt Mindestlohn (§ 17 BBiG) |
| Pflichtpraktikanten | Kein Mindestlohn bei Pflichtpraktikum lt. Studien-/Prüfungsordnung |
| Freiwillige Praktikanten (≤ 3 Monate) | Orientierungspraktikum oder studienbegleitend – kein Mindestlohn |
| Langzeitarbeitslose (erste 6 Monate) | AG darf in ersten 6 Monaten unter Mindestlohn zahlen (§ 22 Abs. 4 MiLoG) |
| Ehrenamtliche Tätigkeiten | Kein Arbeitsverhältnis – kein Mindestlohn |
Achtung: Branchenmindestlöhne (z. B. Bau, Pflege, Elektrohandwerk) liegen oft über dem gesetzlichen Mindestlohn. Sie sind über Tarifverträge für allgemeinverbindlich erklärt worden und haben Vorrang.
Monatslohn bei 13,90 € Mindestlohn
Der Brutto-Monatslohn ergibt sich aus: Wochenstunden × 13,90 € × 4,333 (durchschnittliche Wochen pro Monat). Die folgende Tabelle zeigt typische Arbeitszeitmodelle:
| Wochenstunden | Monatsstunden | Brutto/Monat |
|---|---|---|
| 10 h | 43,3 h | 602 € |
| 15 h | 65,0 h | 904 € |
| 20 h | 86,7 h | 1.205 € |
| 25 h | 108,3 h | 1.506 € |
| 30 h | 130,0 h | 1.807 € |
| 35 h | 151,7 h | 2.108 € |
| 38,5 h | 166,8 h | 2.319 € |
| 40 h | 173,3 h | 2.409 € |
Gerundete Werte. Der exakte Monatslohn kann je nach tatsächlicher Anzahl der Arbeitstage leicht abweichen.
Mindestlohn und Minijob-Grenze
Seit Oktober 2022 ist die Minijob-Grenze dynamisch an den Mindestlohn gekoppelt. Sie wird so berechnet, dass eine Beschäftigung von 10 Wochenstunden zum Mindestlohn gerade noch als Minijob gilt:
Minijob-Grenze = 13,90 € × 10 h × 13 Wochen ÷ 3 Monate
= 13,90 € × 130 ÷ 3 ≈ 602 € (gerundet 556 €)
Bei einem Stundenlohn von genau 13,90 € dürfen Minijobber maximal ca. 40 Stunden pro Monat arbeiten. Liegt der tatsächliche Stundenlohn über dem Mindestlohn, verringert sich die maximale Stundenzahl entsprechend. Nutzen Sie den Minijob-Rechner, um Ihre individuelle Grenze zu ermitteln.
Entwicklung des Mindestlohns seit 2015
| Zeitraum | Stundenlohn | Steigerung |
|---|---|---|
| Jan. 2015 | 8,50 € | — |
| Jan. 2017 | 8,84 € | +4,0 % |
| Jan. 2019 | 9,19 € | +4,0 % |
| Jan. 2020 | 9,35 € | +1,7 % |
| Jan. 2022 | 9,82 € | +5,0 % |
| Okt. 2022 | 12,00 € | +22,2 % |
| Jan. 2024 | 12,41 € | +3,4 % |
| Jan. 2025 | 12,82 € | +3,3 % |
| Jan. 2026 | 13,90 € | +8,4 % |
Der sprunghafte Anstieg im Oktober 2022 ging auf eine politische Sonderanpassung zurück. Die weiteren Erhöhungen folgen wieder dem regulären Zwei-Jahres-Rhythmus der Mindestlohnkommission.
