PKV vs. GKV: Wann lohnt sich die private Krankenversicherung?

Private Krankenversicherung oder gesetzliche Krankenversicherung? PKV vs. GKV Beiträge 2026 direkt vergleichen – mit AG-Zuschuss, Kinderzusatzkosten, Pflegeversicherung und JAEG-Prüfung.

⚠️ PKV-Wechsel aktuell nicht möglich

Ihr Brutto (5.000 €/Monat) liegt unter der Jahresarbeitsentgeltgrenze von 6.150 €/Monat (73.800 €/Jahr). Erst ab diesem Einkommen dürfen Angestellte in die PKV wechseln.

Ihre Situation

Je jünger der Eintritt, desto günstiger der PKV-Beitrag – und desto länger wird er steigen.

PKV-Angebot

Typischer Richtwert 35 Jahre: 300–500 € /Monat. Holen Sie ein konkretes Angebot ein.

Ihr monatlicher Beitragsvergleich

GKV (AN-Anteil)

470

inkl. Pflege

PKV (nach AG-Zuschuss)

225

AG-Zuschuss: 225

PKV ist günstiger – Ersparnis

245 €/Monat

2.940 €/Jahr

Detailberechnung

GKV (Gesetzliche Krankenversicherung)

Beitragsbemessungsgrundlage5.000 €
Krankenversicherung AN (8,20 %)410,00 €
Pflegeversicherung AN (1,20 %)60,00 €
Kinder in GKV (beitragsfrei)0,00 €
GKV gesamt/Monat470,00 €

PKV (Private Krankenversicherung)

PKV-Monatsbeitrag (brutto)450,00 €
AG-Zuschuss (max. 225 €)– 225,00 €
PKV gesamt/Monat225,00 €

GKV-Beiträge 2026 im Überblick

Der GKV-Beitrag setzt sich aus dem allgemeinen Beitragssatz (14,6 %), dem kassenindividuellen Zusatzbeitrag und dem Pflegebeitrag zusammen. Arbeitnehmer zahlen die Hälfte, der Arbeitgeber die andere Hälfte.

BeitragsartGesamtAN-AnteilAG-Anteil
Allgemeiner KV-Beitrag14,6 %7,3 %7,3 %
Zusatzbeitrag (Ø 2026)~1,8 %~0,9 %~0,9 %
Pflegeversicherung (mit Kindern)3,4 %1,7 %1,7 %
Pflegeversicherung (kinderlos, ab 23)4,0 %2,0 %2,0 %
Beitragsbemessungsgrenze5.512,50 €/Monat

TK (Techniker)

Zusatzbeitrag: 1,2 %

Gesamt: ~16,4 %

AOK Bayern

Zusatzbeitrag: 2,49 %

Gesamt: ~17,7 %

Barmer

Zusatzbeitrag: 2,19 %

Gesamt: ~17,4 %

PKV vs. GKV: Vorteile und Nachteile im Vergleich

PKV – Private Krankenversicherung
Beitrag unabhängig vom Gehalt – hohe Verdiener zahlen weniger als in GKV
Meist bessere Leistungen: Chefarztbehandlung, Einzelzimmer, kurze Wartezeiten
Beitragsrückerstattung bei Nicht-Inanspruchnahme (1–3 Monatsbeiträge)
Höhere Altersrückstellungen schützen vor extremen Beitragssprüngen
Kinder nicht kostenlos mitversichert – pro Kind ~80–150 €/Monat extra
Beiträge steigen im Alter deutlich an
Rückwechsel in GKV ab 55 Jahren praktisch unmöglich
Im Rentenalter entfällt AG-Zuschuss – voller Beitrag selbst zahlen
GKV – Gesetzliche Krankenversicherung
Kinder kostenlos mitversichert (Familienversicherung)
Stabil im Rentenalter – Beitrag auf Rentenhöhe gedeckelt
Krankengeld ab 6 Wochen Krankheit (70 % des Brutto)
Einfacher Wechsel zwischen gesetzlichen Kassen jederzeit möglich
Beitrag steigt proportional mit Gehalt bis zur BBG
Länger Wartezeiten beim Facharzt als PKV-Patienten
Weniger Wahlleistungen bei stationärem Aufenthalt
Zusatzbeiträge können steigen – kein garantierter Satz

Für wen lohnt sich die PKV – und für wen nicht?

Ideal für PKV

  • Single ohne Kinderwunsch
  • Gut verdienender Angestellter über JAEG
  • Beamte (Beihilfe übernimmt 50–70 %)
  • Selbstständige mit stabilem Einkommen
  • Junge Einsteiger mit gutem Gesundheitszustand

⚖️ Eher GKV empfehlenswert

  • Familien mit mehreren Kindern
  • Geringverdiener nahe der JAEG-Grenze
  • Menschen mit Vorerkrankungen (PKV-Risikoaufschläge)
  • Wer Jobwechsel unter die JAEG plant
  • Menschen mit Fokus auf Absicherung im Alter

⚠️ PKV kritisch zu prüfen

  • Angestellte über 45 Jahre (Beiträge bereits hoch)
  • Teilzeit-Wechsel geplant (Einkommen fällt)
  • Elternzeit oder Sabbatical geplant
  • Wer im Ausland arbeiten will (keine GKV-Rückkehr leicht)
  • Instabiles Selbstständigen-Einkommen

PKV-Beitragsbeispiele nach Alter (2026, Vollversicherung)

PKV-Beiträge variieren stark je nach Anbieter, Tarif und Gesundheitszustand. Diese Richtwerte gelten für einen gesunden Angestellten ohne Vorerkrankungen mit einem Standardtarif (Chefarzt, Zweibettzimmer, 500 € SB).

Alter bei EintrittPKV RichtwertGKV bei 7.000 € BruttoGKV bei 5.512 € (BBG)PKV-Vorteil (bei BBG)
25 Jahre220–320 €~570 €~505 €+185–285 €
30 Jahre280–420 €~570 €~505 €+85–225 €
35 Jahre350–520 €~570 €~505 €+0–155 €
40 Jahre430–650 €~570 €~505 €–125 bis +75 €
45 Jahre530–800 €~570 €~505 €–295 bis –25 €

Richtwerte ohne Gewähr. GKV-Werte inkl. Ø-Zusatzbeitrag 1,8 % und Pflegeversicherung ohne Kinder. Holen Sie immer ein konkretes PKV-Angebot ein. Aktuelle Zusatzbeiträge aller Kassen finden Sie beim GKV-Spitzenverband.

Häufige Fragen zu PKV vs. GKV

Ab welchem Gehalt darf ich in die PKV wechseln?

Angestellte dürfen in die PKV wechseln, wenn ihr Bruttojahresgehalt die Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG) überschreitet. 2026 liegt diese bei 73.800 € brutto im Jahr (6.150 €/Monat). Wichtig: Das Gehalt muss diese Grenze voraussichtlich auch im Folgejahr überschreiten. Selbstständige und Beamte dürfen jederzeit in die PKV wechseln – unabhängig vom Einkommen.

Wie hoch ist der Arbeitgeberzuschuss zur PKV?

Arbeitgeber zahlen zur PKV einen Zuschuss in Höhe von maximal 50 % des PKV-Beitrags – aber gedeckelt auf den Betrag, den der Arbeitgeber auch zur GKV zahlen würde (halber GKV-Beitrag auf das Gehalt bis zur Beitragsbemessungsgrenze). 2026 liegt dieser maximale AG-Zuschuss bei etwa 490–520 €/Monat, abhängig vom Gehalt und dem Zusatzbeitrag der fiktiven GKV-Kasse.

Was passiert mit meinen Kindern, wenn ich in die PKV wechsle?

Das ist einer der größten Nachteile der PKV für Familien: In der GKV können Kinder kostenlos mitversichert werden (Familienversicherung), sofern sie kein eigenes Einkommen über 505 €/Monat haben. In der PKV muss für jedes Kind ein eigener Beitrag gezahlt werden – in der Regel 80–150 €/Kind/Monat. Bei Beamten übernimmt die Beihilfe einen Teil. Der Arbeitgeber zahlt keinen Zuschuss für Kinder in der PKV.

Steigen PKV-Beiträge im Alter stark an?

Ja, das ist das zentrale Risiko der PKV. Die Beiträge steigen mit dem Alter, da das Krankheitskostenrisiko zunimmt. Gesetzlich vorgeschrieben sind Altersrückstellungen, die PKVs bilden müssen – diese puffern die Anstiege ab, eliminieren sie aber nicht. In der Vergangenheit stiegen PKV-Beiträge im Schnitt um 2–4 % jährlich. Im Rentenalter entfällt der AG-Zuschuss, und die GKV-Beiträge wären dann auf die niedrigere Rente gedeckelt.

Kann ich von der PKV zurück in die GKV wechseln?

Der Rückwechsel von PKV in GKV ist als Angestellter möglich, wenn das Einkommen dauerhaft unter die JAEG fällt (z. B. durch Jobwechsel oder Teilzeit). Ab 55 Jahren ist ein freiwilliger Rückwechsel faktisch unmöglich. Selbstständige können nur bei Aufnahme einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung unter die JAEG zurückwechseln. Die Rückstellungen bleiben bei der PKV – sie werden nicht ausgezahlt.

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