Rentenlücke-Rechner 2026
Monatliche Lücke, benötigtes Kapital & Sparrate berechnen
Rentenlücke berechnen
Regelaltersgrenze: 67 Jahre (Jahrgang ab 1964)
Dein heutiges Netto-Monatseinkommen
Aus deiner Renteninformation (Deutsche Rentenversicherung)
Empfehlung: 70–80 % des heutigen Nettoeinkommens
Ziel EZB 2 % · Ø letzte 10 Jahre: 2,3 %
MSCI World Ø ~7 % · Tagesgeld: 2–3 %
ETF-Depot, Sparbuch, private Rente (0 = noch nichts)
Statistik: Frauen Ø 83,4 J. · Männer Ø 78,5 J. – zur Sicherheit lieber höher ansetzen
Die gesetzliche Rente deckt für die meisten Menschen weniger als die Hälfte des letzten Nettoeinkommens. Was nach dem Berufsleben fehlt, nennt man Rentenlücke – und sie ist größer, als viele ahnen. Dieser Rechner zeigt dir genau, wie groß deine persönliche Lücke ist, wie viel Kapital du brauchst, und was du monatlich zurücklegen musst, um sie zu schließen.
Wie wird die Rentenlücke berechnet?
Der Rechner arbeitet in vier Schritten: Lücke ermitteln, für die Inflation hochrechnen, benötigtes Kapital berechnen und daraus die Sparrate ableiten.
1. Rentenbedarf = Nettoeinkommen × Rentenniveau %
2. Monatliche Lücke = Rentenbedarf − erwartete Rente
3. Zukünftige Lücke = Lücke × (1 + Inflation)^Jahre bis Rente
4. Kapital = Zukünftige Lücke × Barwertfaktor (Rendite, Rentendauer)
Sparrate = Fehlbetrag × Rendite / ((1 + Rendite)^Monate − 1)
Der Rechner berücksichtigt, dass du bereits Ersparnisse hast (die aufgezinst werden), und berechnet die Sparrate auf Basis des tatsächlichen Fehlbetrags bei Renteneintritt.
So nutzt du den Rentenlücke-Rechner
- 1
Persönliche Daten eingeben
Gib dein aktuelles Alter und das gewünschte Renteneintrittsalter an (Standard: 67). Je früher du anfängst zu sparen, desto niedriger die Sparrate.
- 2
Einkommen & erwartete Rente
Trage dein aktuelles Nettoeinkommen und die erwartete Rente aus deiner Renteninformation ein. Hast du noch keine? Schätze mit 40 % deines Bruttogehalts.
- 3
Rentenniveau & Annahmen festlegen
Schieberegler für gewünschtes Rentenniveau (empfehlenswert: 75–80 %), Inflation (Ø 2,3 %) und erwartete Anlagerendite (ETF-World ca. 7 %).
- 4
Sparrate & Kapitalbedarf ablesen
Der Rechner zeigt heutige Lücke, zukünftige Lücke inflationsbereinigt, das benötigte Gesamtkapital bei Rente und die notwendige monatliche Sparrate.
Beispielrechnung: Thomas, 35 Jahre, Netto 3.000 €
Thomas ist 35 Jahre alt, verdient 3.000 € netto im Monat und bekommt laut Renteninformation eine gesetzliche Rente von 1.400 €/Monat. Er möchte 80 % seines Einkommens im Ruhestand behalten. Inflationsannahme: 2,3 %, Anlagerendite: 6 %, Lebenserwartung: 85 Jahre.
Ergebnis der Rentenlücken-Berechnung
Thomas muss 590 €/Monat sparen – bei 6 % Rendite über 32 Jahre reicht das genau.
Wartet er 10 Jahre länger (mit 45), steigt die Rate auf ca. 1.100 €/Monat.
Typische Sparraten nach Alter & Situation
| Situation | Nötige Sparrate | Hinweis |
|---|---|---|
| Alter 25, Netto 2.500 €, Rente 1.200 €, 80 % | ~280 €/Monat | Früh starten – Zinseszins arbeitet 42 Jahre für dich |
| Alter 35, Netto 3.000 €, Rente 1.400 €, 80 % | ~580 €/Monat | Typischer Fall – bAV + ETF kombinieren |
| Alter 45, Netto 3.500 €, Rente 1.600 €, 80 % | ~1.100 €/Monat | Noch 22 Jahre – jetzt Priorität setzen |
| Alter 50, Netto 4.000 €, Rente 1.800 €, 75 % | ~900 €/Monat | Rentenniveau senken oder Einmalzahlungen nutzen |
| Alter 55, Netto 2.800 €, Rente 1.500 €, 70 % | ~650 €/Monat | Bescheidene Erwartungen helfen; noch 12 Jahre |
| Frührentner, Alter 60, Rente 1.000 €, Bedarf 2.000 € | sehr hoch | Vorhandenes Kapital entscheidend – Sparrate kaum realistisch |
| Selbstständige, keine GRV, Netto 5.000 € | vollständige Vorsorge | Kein GRV-Anspruch – komplette private Vorsorge nötig |
Rente 2026: Was hat sich verändert?
Rentenerhöhung Juli 2025: +3,74 %
Zum 1. Juli 2025 wurden die Renten um 3,74 % erhöht. Der aktuelle Rentenwert West liegt seitdem bei 40,22 € pro Rentenpunkt. Wer 45 Beitragsjahre mit Durchschnittsverdienst hatte, bekommt damit ca. 1.810 €/Monat brutto. Nach Abzug von Krankenversicherungsbeitrag (7,3 % + Kassenindividualzusatz) und Pflegeversicherung verbleiben netto deutlich weniger.
Rentenniveau sinkt langfristig auf ~43 %
Das Sicherungsniveau vor Steuern beträgt 2026 noch ca. 48,3 % des Durchschnittslohns. Laut Rentenbericht des BMAS wird es bis 2040 auf unter 45 % sinken, bis 2070 möglicherweise auf 43 %. Das bedeutet: Wer heute 30 Jahre alt ist, kann mit deutlich weniger Rente rechnen als die heutige Rentnergeneration.
Grundrente: Mindestabsicherung für Geringverdiener
Die Grundrente (seit 2021) schützt Menschen mit langen Beitragszeiten aber niedrigen Verdiensten. Wer mindestens 33 Jahre Pflichtbeiträge hat, bekommt automatisch einen Zuschlag – ohne Antrag. Ab 35 Jahren Beitragszeit wird der volle Zuschlag gewährt. 2026 profitieren ca. 1,1 Millionen Rentner davon, mit durchschnittlich 86 €/Monat mehr.
Gesetzliche Rente vs. Private Vorsorge
Gesetzliche Rente
- ✓ Sicher, inflationsangepasst (Lohnentwicklung)
- ✓ Lebenslanges Einkommen
- ✓ Erwerbsminderungsschutz inklusive
- → Aber: Nur ~48 % des Durchschnittslohns
- → Sinkendes Rentenniveau bis 2040+
Private Vorsorge (ETF / bAV / Riester)
- ✓ Rendite oft 5–8 % p.a. (ETF langfristig)
- ✓ Flexible Beiträge & Entnahmen möglich
- ✓ Staatliche Förderung (Riester, bAV)
- → Aber: Kein Langlebigkeitsschutz (außer Rentenversicherung)
- → Marktrisiko bei kurzem Zeithorizont
Experten-Tipp: Das Drei-Schichten-Modell nutzen
Das Bundesfinanzministerium und die Deutsche Rentenversicherung empfehlen das sogenannte Drei-Schichten-Modell: 1. Gesetzliche Rente als Basis, 2. Betriebliche Altersvorsorge mit Arbeitgeberzuschuss (mindestens 15 % Pflicht ab 2019), 3. Private Vorsorge (ETF-Sparplan oder Riester). Wer alle drei Schichten nutzt, hat die niedrigste Sparrate – weil Arbeitgeberzuschuss und Steuervorteile die Eigenleistung deutlich reduzieren.
Praktische Tipps zur Rentenlücke
- ✓Renteninformation lesen: Die Deutsche Rentenversicherung schickt dir ab 27 Jahren jährlich deine Renteninformation. Nutze den Wert "bei gleichbleibenden Verhältnissen" für die Berechnung.
- ✓Früh anfangen zahlt sich aus: Wer mit 25 statt 35 Jahren beginnt, braucht bei gleicher Rendite nur halb so viel zu sparen. Der Zinseszins braucht Zeit.
- ✓bAV als ersten Schritt: Falls dein Arbeitgeber bAV anbietet, nutze sie – mindestens bis zum vollen Arbeitgeberzuschuss (15 %). Das ist sofort steuer- und SV-frei.
- ✓Rentenlücke regelmäßig neu berechnen: Jedes Jahr nach Gehaltserhöhung oder Jobwechsel lohnt ein neuer Check – die Rentenanwartschaft ändert sich.
- ✓Inflation nicht unterschätzen: Bei 2,3 % Inflation halbiert sich die Kaufkraft in 30 Jahren. Der Rechner zeigt, was deine heutige Lücke in Zukunft bedeutet.
- ✓Rentenlücke mit Einmalbeträgen schließen: Steuererstattungen, Erbschaften oder Boni direkt ins Depot – Einmalzahlungen reduzieren den Fehlbetrag und damit die laufende Sparrate.
Wer sollte den Rentenlücke-Rechner nutzen?
- →Berufstätige ab 25 Jahren, die wissen wollen, wie viel sie für die Rente zurücklegen müssen
- →Menschen nach dem Jobwechsel, die ihre Rentenanwartschaft neu einschätzen wollen
- →Selbstständige und Freiberufler ohne gesetzliche Rentenversicherung – bei denen die Lücke besonders groß ist
- →Paare, die ihre gemeinsame Altersvorsorge planen und aufeinander abstimmen wollen
- →Arbeitnehmer, die prüfen möchten, ob die bestehende bAV ausreicht
- →Menschen kurz vor der Rente, die ihre Strategie für die letzten Berufsjahre optimieren wollen
Den genauen Rentenanspruch aus der gesetzlichen Rentenversicherung kannst du mit dem Rentenrechner berechnen, der die aktuellen Rentenpunkte und den Rentenwert berücksichtigt. Wer die Lücke gezielt mit einem ETF-Sparplan schließen möchte, findet im ETF-Sparplan-Rechner die passenden Endkapital- und Renditeszenarien.
Häufige Fragen zur Rentenlücke
Ähnliche Rechner
Diese Tools könnten dich auch interessieren
