Widmark-Formel | Stand 2026

Promille-Rechner 2026: Blutalkohol berechnen

Berechnen Sie Ihren geschätzten Blutalkoholwert nach der Widmark-Formel. Ab 0,5 Promille gilt in Deutschland ein Fahrverbot.

⚠ Wichtiger Hinweis: Diese Berechnung ist eine Schätzung. Fahren Sie NIE unter Alkoholeinfluss! Der tatsächliche Blutalkoholwert kann stark abweichen. Im Zweifel: Kein Auto fahren!

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Wie wird der Promillewert berechnet? Die Widmark-Formel

Den Blutalkoholgehalt schätzt man mit der Widmark-Formel, benannt nach dem schwedischen Arzt Erik Widmark, der sie in den 1930er-Jahren entwickelte. Sie ist bis heute die anerkannte Berechnungsgrundlage – für Rechner wie diesen genauso wie für Sachverständige vor Gericht.

BAK (‰) = (A × 0,8) / (m × r)

A steht für die getrunkene Alkoholmenge in Gramm. m ist das Körpergewicht in Kilogramm. r ist der Reduktionsfaktor – er berücksichtigt, wie viel Körperwasser eine Person hat. Für Männer liegt er bei etwa 0,68, für Frauen bei 0,55.

Beispiel: Ein 80-kg-Mann trinkt zwei Gläser Bier à 0,33 Liter mit 5 % Alkohol. Das ergibt rund 26,4 g reinen Alkohol. Eingesetzt in die Formel: (26,4 × 0,8) / (80 × 0,68) = 21,12 / 54,4 ≈ 0,39 Promille.

Dieser Wert ist eine Schätzung. Trinktempo, Mageninhalt, Körpertemperatur und der individuelle Stoffwechsel können das tatsächliche Ergebnis spürbar verschieben.

Unterschiede zwischen Männern und Frauen beim Alkoholabbau

Frauen reagieren bei gleicher Trinkmenge und gleichem Gewicht empfindlicher auf Alkohol. Dafür gibt es zwei physiologische Ursachen.

Erstens haben Frauen im Durchschnitt mehr Körperfett und weniger Körperwasser als Männer. Da Alkohol sich nur im Wasser des Körpers verteilt, konzentriert er sich auf eine kleinere Masse – der Promillewert steigt stärker. Genau das bildet der niedrigere Widmark-Faktor r = 0,55 ab.

Zweitens enthält die Magenschleimhaut von Frauen weniger des Enzyms Alkoholdehydrogenase. Dieses Enzym baut Alkohol schon beim Verdauen ab – bevor er ins Blut gelangt. Bei Männern neutralisiert dieser Mechanismus bereits einen relevanten Teil des Alkohols im Magen.

ParameterMannFrau
Widmark-Faktor r0,680,55
Körperwasseranteil (ca.)60–65 %50–55 %
Abbaurate pro Stunde0,10–0,15 ‰0,10–0,13 ‰

Wie schnell baut der Körper Alkohol ab?

Eine verlässliche Faustregel: Der Körper baut pro Stunde etwa 0,1 bis 0,15 Promille ab. Das geschieht hauptsächlich in der Leber – und unabhängig davon, wie viel man trinkt. Die Leber arbeitet mit einer festen Kapazität, die sich nicht beschleunigen lässt.

Was das konkret bedeutet: Wer gegen Mitternacht bei 1,8 Promille liegt und um 7 Uhr morgens wieder ans Steuer will, hat nach 7 Stunden zwischen 0,7 und 1,05 Promille abgebaut – und sitzt mit einem Wert zwischen 0,75 und 1,1 Promille immer noch klar im fahruntüchtigen Bereich.

Kaffee, kalte Dusche und Sport verändern den Abbau nicht. Das Einzige, was hilft, ist Zeit.

Promillegrenzen in Deutschland – Stand 2026

Das Straßenverkehrsgesetz (StVG) und die Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV) legen fest, ab wann Alkohol am Steuer Konsequenzen hat. Die Grenzen gelten für alle motorisierten Fahrzeuge.

0,0 Promille für Fahranfänger und unter 21-Jährige

Wer sich in der Probezeit befindet oder noch keine 21 Jahre alt ist, darf am Steuer null Promille haben. Das gilt seit 2007 ohne Ausnahme: Auch ein einzelnes Glas Bier ist verboten. Ein Verstoß kostet 250 Euro Bußgeld, einen Punkt in Flensburg und verlängert die Probezeit um zwei Jahre.

Dazu kommt ein Fahrverbot von einem Monat – beim ersten Verstoß, ohne Unfall. Wer betrunken einen Unfall verursacht, trägt die vollen Folgekosten und riskiert den Führerscheinentzug.

0,3 bis 0,5 Promille: Ab wann drohen Strafen?

Das Gesetz unterscheidet hier zwischen zwei Szenarien:

PromillewertSituationKonsequenz (1. Verstoß)
0,0 ‰Fahranfänger / unter 21 J.250 €, 1 Punkt, Probezeit +2 J., 1 Monat Fahrverbot
ab 0,3 ‰+ Ausfallerscheinungen / UnfallRelative Fahruntüchtigkeit, Strafanzeige möglich
0,5 ‰Ordnungswidrigkeit500 €, 2 Punkte, 1 Monat Fahrverbot
1,1 ‰Absolute Fahruntüchtigkeit (Pkw)Straftat, Fahrerlaubnisentzug, MPU-Pflicht
1,6 ‰Fahrradfahrer: absolute FahruntüchtigkeitStraftat, ggf. Entzug der Fahrerlaubnis

Bei 0,3 Promille spricht das Gesetz von relativer Fahruntüchtigkeit – aber nur, wenn gleichzeitig Ausfallerscheinungen vorliegen: Schlangenlinien fahren, einen Unfall bauen oder offensichtliche Reaktionsverzögerungen bei einer Kontrolle. Ohne solche Auffälligkeiten bleibt der Fahrer bei 0,3 Promille formal straffrei.

Ab 0,5 Promille gibt es keine Toleranz mehr – unabhängig davon, wie sicher sich der Fahrer fühlt. Zwei Punkte, 500 Euro und ein Monat Fahrverbot sind die Mindestfolgen beim ersten Verstoß.

Wer nach einem Alkoholvergehen die genauen Bußgelder nachschlagen möchte, findet alle Beträge im Bußgeld-Rechner.

Was passiert im Körper bei verschiedenen Promillewerten?

Alkohol ist ein Zellgift – und je mehr davon im Blut zirkuliert, desto deutlicher zeigen sich die Auswirkungen auf Motorik, Wahrnehmung und Urteilsvermögen. Viele Menschen unterschätzen ihre eigene Beeinträchtigung, weil Alkohol gleichzeitig das Selbstbewusstsein steigert und die Selbstkritik hemmt.

PromilleKörperliche und psychische Wirkung
0,2–0,5 ‰Enthemmung, leichte Euphorie, Reaktionszeit sinkt messbar
0,5–1,0 ‰Koordinationsprobleme, Doppelbilder, deutlich verlangsamte Reaktion
1,0–2,0 ‰Starke Gleichgewichtsstörungen, verwaschene Sprache, Gedächtnislücken
2,0–3,0 ‰Schwere Bewusstseinstrübung, Atemverlangsamung, Erbrechen
ab 3,0 ‰Lebensgefahr: Atemlähmung, Koma – Notarzt rufen!

Schon bei 0,5 Promille – der gesetzlichen Fahrgrenze – verlängert sich der Bremsweg bei 50 km/h um rund 3 bis 4 Meter. Das klingt wenig, reicht aber oft aus, um eine Kollision nicht mehr verhindern zu können. Bei 0,8 Promille ist der Bremsweg bereits doppelt so lang wie nüchtern.

Besonders tückisch: Wer regelmäßig trinkt, entwickelt eine Toleranz. Das bedeutet, er fühlt sich subjektiv weniger betrunken – ist es aber messbar genauso. Das Gehirn gewöhnt sich an Alkohol, die Motorik und Reaktionsfähigkeit tun es nicht im selben Maß.

Alkohol und Medikamente: Eine unterschätzte Kombination

Alkohol interagiert mit einer Vielzahl gängiger Medikamente – oft unerwartet und gefährlich. Blutdruckmittel, Schlaftabletten, Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Diclofenac und vor allem Antibiotika wie Metronidazol reagieren mit Alkohol und können die Wirkung verstärken, umkehren oder zu toxischen Reaktionen führen.

Wer regelmäßig Medikamente einnimmt, sollte vor dem Trinken den Beipackzettel prüfen oder den Arzt fragen. Im Zweifel gilt: kein Alkohol bei laufender Medikation.

Häufige Fragen zum Promille-Rechner

Ab welchem Promillewert ist man in Deutschland fahruntüchtig?

Ab 0,5 Promille drohen Bußgeld, Punkte und Fahrverbot. Schon ab 0,3 Promille kann man als relativ fahruntüchtig gelten, wenn Ausfallerscheinungen hinzukommen. Für Fahranfänger und unter 21-Jährige gilt: 0,0 Promille.

Wie lange dauert es, bis man nach dem Trinken wieder nüchtern ist?

Der Körper baut pro Stunde etwa 0,1 bis 0,15 Promille ab. Wer abends bei 1,5 Promille ins Bett geht, ist morgens noch mit bis zu 0,9 Promille unterwegs – klar fahruntüchtig. Kaffee oder Sport helfen nicht.

Warum haben Frauen bei gleicher Trinkmenge einen höheren Promillewert?

Frauen haben weniger Körperwasser, sodass sich Alkohol stärker konzentriert. Außerdem bauen sie Alkohol schon im Magen langsamer ab, weil ihr Magengewebe weniger Alkoholdehydrogenase enthält.

Was ist der Unterschied zwischen absolutem Alkohol und einem Glas Bier?

Eine 0,33-Liter-Flasche Bier mit 5 % enthält etwa 13,2 g reinen Alkohol. Die Widmark-Formel rechnet immer mit reinem Alkohol – das Tool übernimmt die Umrechnung automatisch.