Was ist der Leasingfaktor – und warum ist er wichtig?
Leasingangebote sind schwer zu vergleichen: Unterschiedliche Laufzeiten, Anzahlungen, Kilometerpakete und Fahrzeugpreise machen einen direkten Vergleich fast unmöglich. Der Leasingfaktor löst dieses Problem – er normiert jedes Angebot auf einen einzigen Wert und macht Äpfel mit Birnen vergleichbar.
Leasingfaktor = (monatliche Rate ÷ Bruttolistenpreis) × 100
Beispiel: 399 € Rate ÷ 45.000 € Fahrzeug × 100 = 0,887 % → Gut
Ein Leasingfaktor von 1,0 % bedeutet: Sie zahlen pro Monat 1 % des Fahrzeugpreises. Bei einem 40.000 €-Auto wären das 400 €/Monat. Über 36 Monate zahlen Sie damit 36 % des Fahrzeugpreises – ohne die Anzahlung. Je niedriger der Faktor, desto günstiger das Angebot.
Leasingfaktor-Skala: Was ist gut, was ist teuer?
| Leasingfaktor | Bewertung | Typische Situation |
|---|---|---|
| unter 0,6 % | Ausgezeichnet | Sonderaktionen, Ende-Saison-Deals, sehr hoher Restwert |
| 0,6 – 0,8 % | Sehr gut | Herstellersubventioniert oder starke Händlerrabatte |
| 0,8 – 1,0 % | Gut | Marktüblich – faire Konditionen |
| 1,0 – 1,2 % | Akzeptabel | Hohe Zinsen oder niedriger Restwert |
| über 1,2 % | Teuer | Schlechte Konditionen – Vergleich lohnt sich |
Wichtig: Der Leasingfaktor berücksichtigt keine Anzahlung. Vergleichen Sie Angebote immer ohne Anzahlung – eine hohe Sonderzahlung senkt die monatliche Rate, aber nicht den tatsächlichen Gesamtaufwand.
Leasingfaktor richtig nutzen: 5 Tipps
Immer ohne Anzahlung vergleichen
Rechnen Sie das Angebot auf 0 € Anzahlung um. Sonderzahlungen verschieben nur Kosten – der Leasingfaktor bleibt gleich, wenn Sie die Sonderzahlung auf die Monatszahlungen umrechnen.
Auf den Bruttolistenpreis achten
Manche Händler nennen den Neupreis ohne Sonderausstattung. Bestehen Sie auf dem vollständigen BLP inklusive aller bestellten Extras – nur dann stimmt Ihr Leasingfaktor.
Kilometerpaket standardisieren
Vergleichen Sie nur Angebote mit gleichem Kilometerpaket (z. B. 10.000 km/Jahr). Mehr km erhöhen die Rate und damit den Leasingfaktor.
Laufzeit beachten
Kurze Laufzeiten (24 Monate) haben oft höhere Leasingfaktoren als lange (48 Monate), weil der Restwert bei kürzerer Laufzeit höher ist, aber die Kosten pro Monat trotzdem steigen.
Günstige Zeitpunkte nutzen
Jahresende (Oktober–Dezember) und Modellwechsel-Zeiten bieten oft die besten Leasingfaktoren, da Händler Zulassungsziele erreichen müssen.
