Mifflin-St Jeor · DGE-Empfehlung

Makronährstoff-Rechner 2026: Protein, Carbs & Fett sofort berechnen

Sie essen täglich — aber wissen Sie, was Ihr Körper wirklich braucht? Falsche Makros sind der häufigste Grund, warum Diäten scheitern oder Muskeln trotz Training ausbleiben. Dieser Rechner zeigt Ihnen Ihren genauen Kalorienbedarf und die optimale Verteilung von Protein, Kohlenhydraten und Fett — abgestimmt auf Ihr persönliches Ziel.

Ernährungsrechner

Makronährstoff-Rechner 2026

Kalorienbedarf, Protein, Kohlenhydrate & Fett nach Mifflin-St Jeor

Schnell-Szenarien

J
kg
cm

BMR und TDEE: Was Ihr Körper wirklich verbraucht

Bevor Makronährstoffe sinnvoll verteilt werden können, braucht es eine genaue Grundlage: den tatsächlichen Energiebedarf. Der Rechner berechnet in zwei Schritten.

Schritt 1: Grundumsatz (BMR) nach Mifflin-St Jeor

Der Grundumsatz beschreibt, wie viele Kalorien Ihr Körper im absoluten Ruhezustand verbraucht — also für Herzschlag, Atmung und Zellreparatur. Die Formel von Mifflin, St Jeor et al. (1990) ist heute der Goldstandard und liegt im Schnitt nur 5 % vom gemessenen Wert ab:

GeschlechtMifflin-St Jeor Formel
Männer10 × kg + 6,25 × cm − 5 × Jahre + 5
Frauen10 × kg + 6,25 × cm − 5 × Jahre − 161

Schritt 2: Gesamtbedarf (TDEE) mit PAL-Faktor

Der TDEE (Total Daily Energy Expenditure) multipliziert den BMR mit dem PAL-Faktor (Physical Activity Level). Die PAL-Werte basieren auf Studien der FAO/WHO/UNU (2004):

PALBeschreibungBeispiel
1,20Kaum BewegungBürojob, kein Sport
1,375Leicht aktiv1–2× Sport pro Woche
1,55Mäßig aktiv3–5× Sport pro Woche
1,725Sehr aktiv6–7× Sport pro Woche
1,90Extrem aktiv2× täglich trainieren
Tipp: Viele unterschätzen ihr Aktivitätslevel. Wenn Sie 3× pro Woche 45 Minuten Sport treiben, gilt bereits PAL 1,55 — nicht 1,2. Ein zu niedriger PAL führt zu einem unnötig hohen Kaloriendefizit und damit zu Muskelabbau.

Berechnungsbeispiel: Julia und Max im Vergleich

Zwei Menschen, dasselbe Gewicht — völlig unterschiedlicher Kalorienbedarf. Das zeigt, warum pauschale Ernährungspläne selten funktionieren.

WertJulia, 28 J., 65 kg, BüroMax, 28 J., 65 kg, Sport 5×
BMR1.466 kcal1.666 kcal
PAL-Faktor1,21,725
TDEE1.759 kcal2.874 kcal
Zielkalorien (Halten)1.759 kcal2.874 kcal
Protein (25 %)110 g180 g
Kohlenhydrate (45 %)198 g323 g
Fett (30 %)59 g96 g
Ergebnis: Max braucht trotz gleichem Gewicht 1.115 kcal mehr als Julia — ein Unterschied von 63 %. Ein Ernährungsplan ohne individuelle Berechnung trifft bei einem der beiden komplett daneben. Kombinieren Sie diesen Rechner mit dem Grundumsatz-Rechner für eine detailliertere Analyse.

Die richtige Makroverteilung: Was sich für welches Ziel eignet

Es gibt keine universell optimale Makroverteilung. Je nach Ziel verschiebt sich der optimale Mix deutlich — wissenschaftlich gut belegt durch Studien zur Sporternährung und den Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE).

Abnehmen: Kaloriendefizit mit hohem Proteinanteil

Beim Abnehmen ist ein moderates Defizit von 300–500 kcal/Tag ideal — das entspricht 0,3–0,5 kg Gewichtsverlust pro Woche. Entscheidend ist ein hoher Proteinanteil (30 %): Protein sättigt stärker, hat den höchsten thermischen Effekt (20–30 % der Kalorien werden bereits bei der Verdauung verbrannt) und schützt die Muskelmasse beim Kaloriendefizit. Der BMI-Rechner hilft Ihnen einzuschätzen, ob ein Kaloriendefizit für Sie sinnvoll ist.

Muskelaufbau: Kalorienüberschuss und ausreichend Kohlenhydrate

Muskelaufbau funktioniert nur mit einem Kalorienüberschuss — der Körper braucht Energie für den Aufbau neuen Gewebes. Ein moderater Überschuss von +200–300 kcal/Tag minimiert Fettzunahme. Kohlenhydrate (45 %) sind hier besonders wichtig: Sie füllen die Glykogenspeicher, die direkte Energiequelle für intensive Trainingseinheiten. Protein sollte 1,6–2,2 g/kg Körpergewicht betragen.

Gewicht halten: Ausgewogene DGE-konforme Verteilung

Wer das aktuelle Gewicht halten möchte, profitiert von einer ausgewogenen Verteilung nahe den DGE-Referenzwerten: Protein 25 %, Kohlenhydrate 45–50 %, Fett 25–30 %. Wichtig: Die Qualität der Makronährstoffe zählt ebenso wie die Menge — Vollkornprodukte, ungesättigte Fettsäuren und hochwertiges Protein.

ZielKalorienProteinCarbsFett
AbnehmenTDEE − 400 kcal30 %40 %30 %
Gewicht haltenTDEE25 %45 %30 %
MuskelaufbauTDEE + 300 kcal30 %45 %25 %

Warum Kalorienzählen oft scheitert — und wie man es richtig macht

Studien zeigen, dass Menschen ihre Kalorienaufnahme systematisch um 20–40 % unterschätzen. Hier sind die häufigsten Fehler und wie Sie sie vermeiden.

Flüssige Kalorien werden ignoriert

Ein großes Glas Orangensaft (300 ml) enthält rund 130 kcal und 30 g Kohlenhydrate — fast so viel wie eine Scheibe Brot. Kaffee mit Milch und Zucker, Smoothies, Bier: Getränke summieren sich schnell auf 300–600 kcal täglich, die in keiner App auftauchen.

PAL-Faktor zu niedrig angesetzt

Wer dreimal pro Woche 45 Minuten Sport treibt und ansonsten sitzt, hat einen PAL von etwa 1,4–1,55 — nicht 1,2. Viele setzen 1,2 an und wundern sich, dass sie trotz "Kaloriendefizit" nicht abnehmen. Tatsächlich essen sie dann auf Wartungsniveau.

Zu extremes Defizit führt zu Muskelabbau

Ein Defizit von mehr als 700–800 kcal/Tag aktiviert den Catabolismus: Der Körper baut Muskeleiweiß ab, um Glukose zu gewinnen. Das senkt den Grundumsatz dauerhaft — der bekannte Jo-Jo-Effekt. Empfehlung: Maximal 500 kcal Defizit, dabei mindestens 1,2–1,6 g Protein/kg Körpergewicht.

Tipp: Tracken Sie Ihre Makros für mindestens 2 Wochen konsequent, bevor Sie Änderungen vornehmen. Erst dann zeigt sich, wo tatsächlich Lücken sind — meist beim Protein. Nutzen Sie auch unseren Fitnessstudio-Rechner um die Krankenkassen-Förderung für Ihr Training zu berechnen.

Häufige Fragen zum Makronährstoff-Rechner

Passende Rechner

Quellen: Mifflin MD et al. (1990), Am J Clin Nutr 51(2):241–7 · FAO/WHO/UNU (2004), Human Energy Requirements · Deutsche Gesellschaft für Ernährung: DGE Referenzwerte Energie.