KiGGS/WHO Perzentile

BMI-Kinder-Rechner

BMI und Gewichtsperzentile für Kinder und Jugendliche (2–18 Jahre) berechnen

WHO/KiGGS-ReferenzwerteAlters- & geschlechtsspezifischKostenlos & ohne Anmeldung

BMI-Kinder-Rechner

Dieser Rechner dient nur zur allgemeinen Information. Die Ergebnisse ersetzen keine ärztliche Diagnose. Bei Fragen zur kindlichen Entwicklung bitte immer den Kinderarzt aufsuchen.
10 J.
2 Jahre18 Jahre
70 cm210 cm
5 kg150 kg
BMI: 17.9
Normalgewicht
P67
Perzentile

Der BMI liegt im Normalbereich (zwischen der 10. und 90. Perzentile). Das Kind entwickelt sich altersgerecht.

Normalgewichtsbereich (P10–P90) für 140 cm, 10 Jahre, Junge:

28.839.4 kg

Referenztabelle (Alter 10 J., Junge)

14.1
P3
14.7
P10
15.7
P25
16.9
P50
18.4
P75
20.1
P90
22.3
P97

Dein BMI (17.9) liegt bei ca. der 67. Perzentile.

Warum der Kinder-BMI anders funktioniert als beim Erwachsenen

Der Body-Mass-Index (BMI) ist eine einfache Kennzahl: Körpergewicht in Kilogramm geteilt durch das Quadrat der Körpergröße in Metern. Bei Erwachsenen hat sich ein festes Raster bewährt – unter 18,5 gilt als Untergewicht, 18,5–24,9 als Normalgewicht, ab 25 als Übergewicht, ab 30 als Adipositas. Diese Grenzen sind jedoch für Kinder und Jugendliche vollkommen ungeeignet.

Der Grund liegt in der Entwicklungsbiologie: Kinder wachsen nicht linear. Ein Kleinkind hat proportional betrachtet viel mehr Körperfettmasse als ein Schulkind, das dann in der "schlanken Streckungsphase" zwischen 5 und 9 Jahren einen natürlich niedrigeren BMI hat. Anschließend steigt der BMI in der Pubertät wieder an, weil Muskeln und Knochen zunehmen. Dieser Anstieg heißt "Adiposity Rebound" und ist vollkommen normal – sofern er zur richtigen Zeit und im richtigen Ausmaß stattfindet.

Mädchen erreichen ihren Rebound durchschnittlich früher als Jungen (ca. mit 5–6 Jahren vs. 6–7 Jahren); Jungen entwickeln in der Pubertät mehr Muskelmasse und haben dadurch im Schnitt später und stärker ansteigende BMI-Werte. All diese biologischen Unterschiede machen alters- und geschlechtsspezifische Referenzkurven zwingend notwendig.

Perzentilkurven: Was sie bedeuten und wie man sie liest

Perzentilkurven sind statistische Referenzwerkzeuge, die auf Messungen einer repräsentativen Bevölkerungsgruppe basieren. In Deutschland sind die wichtigsten Quellen die KiGGS-Studie(Kinder- und Jugendgesundheitssurvey des Robert Koch-Instituts, rund 17.000 Kinder) sowie die WHO Growth Reference (internationale Studie mit Kindern aus mehreren Kontinenten).

Die Interpretation ist intuitiv: Die 50. Perzentile ist der Median – genau die Hälfte aller gleichaltrigen Kinder hat einen niedrigeren, die andere Hälfte einen höheren BMI. Die 90. Perzentile bedeutet, dass 90 % der gleichaltrigen Kinder einen niedrigeren BMI haben – und 10 % einen höheren.

In Deutschland gelten folgende Grenzen für die Gewichtskategorien:

KategoriePerzentil-BereichBedeutung
Untergewicht< P3Medizinische Abklärung empfohlen
Mögliches UntergewichtP3–P10Verlaufskontrolle beim Kinderarzt
NormalgewichtP10–P90Altersgerechte Entwicklung
ÜbergewichtP90–P97Lebensstilanpassung empfohlen
Adipositas> P97Kinderärztliche Behandlung nötig

Übergewicht bei Kindern: Ursachen und was man wirklich tun kann

Übergewicht im Kindesalter hat in Deutschland in den letzten Jahrzehnten zugenommen. Laut KiGGS-Studie sind rund 15 % der Kinder und Jugendlichen übergewichtig, davon etwa 6 % adipös. Die Ursachen sind vielfältig und meist nicht auf einen einzelnen Faktor reduzierbar.

Genetische Einflüsse spielen eine Rolle – Kinder von übergewichtigen Eltern haben ein statistisch höheres Risiko. Entscheidend sind aber auch Umweltfaktoren: kalorienreiche, stark verarbeitete Lebensmittel, zuckergesüßte Getränke, Bewegungsmangel durch zunehmend sitzende Freizeitgestaltung (Bildschirmzeit) sowie Schlafmangel (der nachweislich das Gewicht beeinflusst, weil er die Hungerhormone Leptin und Ghrelin dysreguliert).

Effektive Maßnahmen für Familien:

  • Tägliche Bewegung: Die WHO empfiehlt für Kinder und Jugendliche mindestens 60 Minuten moderate bis intensive körperliche Aktivität täglich. Das muss kein Sport sein – Spielen, Radfahren und Schwimmen zählen vollständig dazu.
  • Bildschirmzeit begrenzen: Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin empfiehlt für Grundschulkinder maximal 60 Minuten Bildschirmzeit täglich – unter Aufsicht und mit bewusst gewählten Inhalten.
  • Gemeinsam essen: Familien, die regelmäßig gemeinsam essen und dabei nicht nebenbei fernsehen, haben nachweislich gesündere Essverhalten und einen stabileren BMI bei den Kindern.
  • Ausreichend Schlaf: Kinder im Schulalter brauchen 9–11 Stunden Schlaf, Teenager 8–10 Stunden. Schlafmangel erhöht nachweislich das Übergewichtsrisiko, weil er die appetitregulierenden Hormone beeinflusst.

Untergewicht bei Kindern: Wann zum Arzt?

Auch Untergewicht ist ernst zu nehmen – auch wenn es in der öffentlichen Diskussion weniger Aufmerksamkeit bekommt. Kinder unter der 3. Perzentile werden als "wachstumsverzögert" eingestuft. Das kann auf unzureichende Ernährung hinweisen, aber auch auf organische Ursachen wie chronische Erkrankungen (Zöliakie, Morbus Crohn), Stoffwechselstörungen oder endokrinologische Probleme.

Wichtig: Ein einzelner Messwert ist wenig aussagekräftig. Der Kinderarzt beobachtet das Gewicht immer im Längsschnitt – also wie sich der BMI über Zeit entwickelt. Ein stabiler BMI auf der 5. Perzentile ist in der Regel weniger besorgniserregend als ein BMI, der von der 50. auf die 10. Perzentile abfällt. Deshalb sind regelmäßige U-Untersuchungen so wichtig.

Wichtiger Hinweis: Dieser Rechner ist kein Ersatz für den Kinderarzt

Unser BMI-Kinder-Rechner basiert auf anerkannten Referenzwerten und kann eine erste Orientierung bieten. Er ist jedoch kein diagnostisches Werkzeug. Die Bewertung des kindlichen Wachstums und Gewichts gehört in die Hände ausgebildeter Kinderärzte, die neben dem BMI auch die individuelle Wachstumskurve, familiäre Disposition, Pubertätsstadium, Körperzusammensetzung und weitere klinische Faktoren berücksichtigen. Bitte besuche bei Fragen oder Sorgen immer deinen Kinderarzt oder Pädiater.

Häufig gestellte Fragen